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Müllberge vor der Haustür: Villa-Besitzer sauer

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Von: Janine Tokarski

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Vor der Selve-Villa an der Lüdenscheider Straße in Altena lagern große Berge Müll.
Vor der Selve-Villa an der Lüdenscheider Straße in Altena lagern große Berge Müll. © Thomas Bender

Schöne Villa, hässliches Umfeld: Müllberge lagern vor der Selve-Villa in Altena. Wochenlang gab es keine Abfuhr. Gelöst ist das Problem noch immer nicht. Der Hausbesitzer fühlt sich von Entsorger und Stadt allein gelassen.

Altena – Keine Frage: Es sieht nicht gut aus vor der eigentlich wunderschönen Selve-Villa an der Lüdenscheider Straße. Dort türmen sich dutzende Müllsäcke auf. Patryk Wieclawski, der die Immobilie im Sommer gekauft und zu neuem Leben erweckt hat, fühlt sich von der Stadt und von der Firma Lobbe allein gelassen.

Wie so viele andere, begann auch dieses Drama mit dem Hochwasser: Wieclawski und sein Partner Angelo Kaskowsi waren gerade eingezogen, als das Hochwasser kam. Die Grundbesitzabgaben trug zu diesem Zeitpunkt noch der Vorbesitzer. Seine Sache war es auch, für eine Mülltonne zu sorgen – weil die Villa seit längerer Zeit unbewohnt war, gab es dort keine. Das klappte reibungslos.

Straße freigegeben, Müll bleibt liegen

Was dann nicht klappte, war die Leerung dieser Tonne. Bekanntlich war die Lüdenscheider Straße nach dem Hochwasser mehrere Wochen lang gesperrt. „Paketdienste und andere Lieferanten hatten kein Problem, zur Selve-Villa zu gelangen“, schildert Wieclawski. „Nur die Müllabfuhr ist nicht gekommen.“

Seine Hoffnung, der bis dahin angefallene Müll werde nach Aufhebung der Sperrung abgeholt, erfüllte sich nicht. Ärgerlich sei in dieser Phase auch gewesen, dass sich im Rathaus keiner für sein Müll-Problem zuständig gefühlt habe: „Die Stadt und Lobbe haben sich gegenseitig den schwarzen Peter zugeschoben.“

Bürokratisches Problem um Mülltonnen

Zweites Problem: Es zogen immer mehr Menschen in die Villa, es gab aber nicht beziehungsweise nur mit erheblicher Verzögerung zusätzliche Müllbehälter. Das habe mit einer Besonderheit bei den Grundbesitzabgaben zu tun, erklärt Wieclawski, der mehrere Immobilien besitzt. Für Grundsteuer, Müllgebühr und andere Abgaben sei grundsätzlich derjenige zuständig, der am 1. Januar Eigentümer war. Im Fall der Selve-Villa war das die SIP-Gruppe.

Patryk Wieclawski, Eigentümer der Selve-Villa in Altena, hat ein Müllproblem
Patryk Wieclawski, Eigentümer der Selve-Villa in Altena, hat ein Müllproblem. © Thomas Bender

Nur sie könne deshalb zusätzliche Behälter ordern. Es sei denn, es stelle sich heraus, dass es für die in dem Gebäude gemeldeten Personen zu wenig Behältervolumen gibt. Vorgeschrieben sind 40 Liter pro Person. Tatsächlich leben in der Selve-Villa im Moment 13 Menschen, die drei Mülltonnen vor dem Haus fassen 400 Liter – und damit zu wenig. Zwischen dem Einzug neuer Mieter und der Anpassung des Behältervolumens vergingen regelmäßig mehrere Wochen, schildert der Grundstückseigentümer.

Teure Entsorgung beim Bringhof

Für die Anmeldung an der neuen Adresse benötige man einen Termin im Bürgerbüro, das dauere im Einzelfall mehrere Wochen. Bis dann auch in Sachen Behältervolumen reagiert werde, ziehe stets weitere Zeit ins Land, erklärt Wieclawski, der inzwischen schon erhebliche Mengen von Müll zum Bringhof gebracht und dafür 7,50 Euro pro Sack bezahlt hat. Jetzt erwarte er, dass die Stadt und Lobbe endlich aktiv würden, um das Problem zu lösen, sagt er.

Immerhin hat sich das Ordnungsamt der Sache abgenommen – aber nicht im Sinne des Hausbesitzers: Wieclawski sei darauf hingewiesen worden, dass er den Müll vor seiner Villa beseitigen müsse, erklärt Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler. Sie berichtet auch, dass die Stadt einige Schwierigkeiten mit dem Käufer der Selve-Villa habe.

Ordnungsamt: Unterlagen vom Hausbesitzer fehlen

Dabei gehe es unter anderem darum, dass sich neben Privatpersonen auch Dienstleister in der Villa eingemietet hätten und dass deshalb neben Haus- auch gewerblicher Abfall anfalle, der anders berechnet werde. Dazu erforderliche Unterlagen habe Wieclawski aber trotz mehrfacher Aufforderung bis heute nicht beigebracht. Es sei auch nicht so problematisch, Termine beim Bürgerservice zu bekommen, wie Wieclawski das behaupte.

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