Anwohner sind sauer

Müll-Ärger im MK: Der Kreis ermittelt

Große Berge Sperrmüll lagern auf dem Areal am Nettenscheid. Immobilienverwalter Ercan Topal, dem Wohnungen im Hochhauskomplex gehören, hat dort aufräumen lassen. Nun hat sich der Kreis eingeschaltet.
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Große Berge Sperrmüll lagern auf dem Areal am Hochhauskomplex, das ärgert die Anwohner.

Eine Menge Müll sorgt im MK für eine Menge Ärger. Anwohner sind sauer, dass dort nach einer Entrümpelungsaktion seit Wochen Müll liegt. Nun ermittelt der Kreis.

Altena - Erkan Topal aus Ostfildern, nach eigenen Angaben Eigentümer von 97 der 121 Wohnungen in dem größtenteils leer stehenden Hochhaus-Komplex, hat im Komplex aufräumen lassen. Große Berge Sperrmüll liegen seit Wochen auf dem Areal. Möbelteile, Müllsäcke, jede Menge Zeug liegt dort herum. Nicht verwunderlich, dass sich viele Nettenscheider ärgern, denn ansehnlich ist es nicht – wie die gesamte Anlage.

Auch die Verantwortlichen der Stadt beobachten genau, was auf dem Nettenscheid vor sich geht. Zum Thema Müll sagte Ordnungsamtschefin Ulrike Anweiler, der Behörde seien die Hände gebunden, denn es handele sich um eine private Fläche. Lediglich bei „Gefahr in Verzug“ könne man tätig werden. Das Ordnungsamt hatte sich wegen des Mülls aber an den Märkischen Kreis gewendet, zuständig ist dort die Abfallwirtschaftsbehörde.

Kreis: „Wir müssen ermitteln“

Dort heißt es, die Angelegenheit sei „in der Prüfung“, wie Pressereferent Mathis Schneider auf Anfrage sagt. Denn ganz so einfach ist es nicht. Auch auf Privatflächen darf Müll nicht einfach wochenlang liegengelassen werden. Der Kreis werde eine Frist zur Beseitigung des Mülls einräumen, die zwischen zwei und sechs Wochen beträgt, sagt Schneider

„Wir müssen aber erst recherchieren und ermitteln“, betont Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein zum konkreten Fall. Es werde zunächst eine Anhörung geben, in der Topal die Möglichkeit zur Stellungnahme erhält. Zudem könne er gegen die Anordnung auch Widerspruch einlegen.

Müll: Zwangsgeld kann teuer werden

Grundsätzlich gilt: Kommt ein Verantwortlicher der Aufforderung nicht nach, kann es teuer werden. „Bei Aussprache einer Ordnungsverfügung gibt es die Möglichkeit, ein Zwangsgeld anzudrohen“, erläutert Schneider das allgemeine Vorgehen. Die Höhe liege im Ermessen der Behörde. Im Falle einer Ordnungswidrigkeit seien Bußgelder bis zu 100 000 Euro möglich. Grundsätzlich habe die Kreisbehörde auch die Möglichkeit, den Müll beseitigen zu lassen. Dann wird dem Verursacher eine entsprechende Rechnung dafür vorgelegt.

So weit muss es aber auf dem Nettenscheid nicht kommen. Ercan Topal sagt, die Aufräumarbeiten seien „wegen der Winterzeit eingeschlafen“. Es werde aber bald weitergehen. „60 Prozent sind weg“, sagt der Geschäftsmann über den Müll vor dem Hochhaus-Komplex. Derzeit liegen dort noch Sperrmüll, Papier, Plastik und Teppiche. Vom Märkischen Kreis habe er aber „noch nichts gehört“, sagt Topal, Immobilien-Geschäftsmann aus Ostfildern und nicht zu verwechseln mit einem Namensvettern aus der Burgstadt.

Es war der Beginn des Untergangs am Nettenscheid, mittlerweile sind nur noch drei der 121 Wohnungen bewohnt, die insgesamt 73 Eigentümern gehören. Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Vandalismus in den Gebäuden. Das Ordnungsamt musste oft ausrücken.

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