Mühlendorf-Friedhof: Ehrenmal wird saniert

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Alfred Broll (vorne) und Hermann Beier (auf der Mauer) sanieren das Ehrenmal.

ALTENA - Mit einer Summe von 25 000 Euro beteiligt sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) an der Grundsanierung des Kriegerehrenmals auf dem oberen Mühlendorf-Friedhof. Die Arbeiten dazu haben am Montag begonnen.

„Gucken Sie mal. Die Männer, die hier begraben sind, waren blutjung“, sagt Alfred Broll. Die Stimme des Maurers klingt etwas belegt und auch für seinen Kollegen Hermann Beier ist so ein Einsatz auf dem Friedhof nichts Alltägliches. „Man macht sich schon seine Gedanken“, fügt er an.

Die hat sich auch Jürgen Wagner von der Stadt Altena gemacht. Denn die ist als Kommune für die Instandhaltung und Pflege des Ehrenmals verantwortlich. Als Untere Denkmalbehörde gibt die Stadt vor, was, wie und wo gemacht werden darf. Denn die Anlage, die in dieser Form erst nach dem zweiten Weltkrieg entstand, darf „dem Grunde nach nicht verändert werden.“ Und so gehen die beiden Maurer vorsichtig zu Werke. Sie nehmen Platten auf, die brüchig geworden sind, sie verfugen Treppenstufen neu und auch die umlaufenden Mauerabdeckungen müssen in frischen Speis gelegt und ausgerichtet werden.

„Wir haben mit den Arbeiten am Montag begonnen. Das geht alles nicht so schnell“, sagt Alfred Broll. Denn der Zahn der Zeit und die Natur haben an vielen Stellen der Treppen und der Mauern für große Schäden gesorgt. „Wir haben die ersten Tage erst einmal das Grün entfernt und auch Wurzeln gekappt. Die haben teilweise wie Hebel gewirkt und die Steine aus den Verankerung geholt“, so Broll. Nach und nach werden jetzt die schadhaften Maurerstücke sowie der Treppenaufgang erneuert oder ausgebessert.

Dafür hat der Volksbund, an den die Stadt einen entsprechenden Antrag stellte, die Sanierungsmittel bereit gestellt.

Die Evangelische Kirchengemeinde Altena ist für die Pflege und Unterhaltung des Ehrenmals auf ihrem Grund nicht zuständig. „Das ist Aufgabe der Stadt“, so die zuständige Kirchbaumeisterin Karin Thomas. Sie war es auch, die dem Bauunternehmen Krutmann gestattete, Container auf dem Friedhof aufzustellen. „Sonst hätten die Arbeiter ihre Werkzeuge jeden Tag aufs Neue über weite Wege heranschaffen müssen.“

Sowohl Thomas als auch Friedhelm Wolff, bei der Kirchengemeinde für die Friedhöfe zuständig, begrüßen die Grundsanierung.

An diesem Ehrenmal, so sagte es auf Anfrage Denkmalpfleger Jürgen Wagner, werden im übrigen keine Kränze für die Opfer der Kriege und aller Gewaltherrschaft niedergelegt. „Auf jedem Friedhof in der Stadt und den Stadtteilen sind vereinzelt Soldaten bestattet. Die zentrale Feier findet Jahr für Jahr am Klusenweg statt. Dort befinden sich aber keine Gräber.“

In vier Wochen, so der Zeitplan aller Beteiligten, soll die Gedenkstätte für Gefallene des 1. und 2. Weltkrieges saniert sein.

vonJohannes Bonnekoh

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