Muckebeutel-Mord: Warten auf Aussage der Ex-Frau

ALTENA ▪ Hat das ehemalige Fotomodell Michael P. (48) seiner Ex-Frau tatsächlich die zwei Morde gestanden? Eigentlich sollte die Ex-Frau des Angeklagten als Hauptbelastungszeugin gestern ihre Aussage machen.

Ihre Vernehmung wurde jedoch auf Montag verschoben. Dafür machte ein 45-jähriger Polizist interessante Angaben. Er hatte sich nach der polizeilichen Vernehmung der Ex-Frau mit der Frage beschäftigt, ob es sich bei den Beschreibungen des Angeklagten der Frau gegenüber um Täterwissen gehandelt haben könnte.

Dazu ließ sich der Beamte die Akten der beiden Morde, für die sich Michael P. verantworten muss, kommen. Beim Abgleichen der Angaben der Ex-Frau mit dem Akteninhalt stieß der Ermittler dann auf erstaunliche Dinge.

So soll der Neuenrader der Frau gegenüber erklärt haben, er habe eine alte Dame in Altena von hinten erschossen. Dabei sei die Kugel durch den Kopf gegangen, und dann vorn durch ein Auge wieder ausgetreten. Auch soll er beschrieben haben, dass der Leichnam der Rentnerin vor der Tür gelegen habe. Diese Angaben, so die Entdeckung des Polizisten, stimmten genau mit der Aktenlage überein.

Darüber hinaus war damals Klebeband in der Wohnung der alten Dame gefunden worden. Wie sich jetzt herausstellte, befanden sich daran DNA-Spuren des Angeklagten. Der Ermittler mutmaßte gestern, dass das Band dazu benutzt worden war, einen selbst gebauten Schalldämpfer an die Waffe anzubringen. Möglicherweise hatte der Täter damit aber auch die Ärmel seiner Kleidung abgeklebt, um zu verhindern, dass Schmauchspuren auf seiner Haut zurückblieben. Die Unterlagen alter Straftaten ergaben, dass der Angeklagte kurz nach dem Mordfall in Altena die Sparkassen in Witten-Volmerstein und in Lingen überfallen hatte.

Neben den Mordfällen hatte sich die Ex-Frau des 48-Jährigen, dem Polizeibeamten gegenüber auch bezüglich eines Waffengeschäfts des Angeklagten geäußert. Danach soll der Neuenrader einem anderen eine 9-Millimeter-Schusswaffe verkauft haben. Nachdem die Kriminalbeamten den Aufenthaltsort des mutmaßlichen Käufers ausfindig gemacht hatten, war dessen Wohnung durchsucht worden –  mit Erfolg. Im Schlafzimmer des Mannes waren die Beamten auf die von der Frau beschriebenen Waffe gestoßen.

Der Käufer hatte sofort eingeräumt, dass er diese vom Angeklagten erhalten hatte. Eigentlich hatte der Mann gestern als Zeuge aussagen sollen. Er war dem Gerichtssaal jedoch fern geblieben.

Jana Peuckert

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