Mord am Muckebeutel: Neuenrader festgenommen

Mord am Muckebeutel: Jetzt könnte die Kriminalpolizei doch noch auf die Fährte des Mörders gekommen sein.

ALTENA ▪ Es war eine überaus rätselhafte Tat, die im März 1999 für Entsetzen sorgte: In ihrer Wohnung am Muckebeutel wurde die 79-jährige Hildegard S. mit einem Schuss in den Kopf getötet.

Mehr als ein Dutzend Polizeibeamten in der Mordkommission suchten nach Zeugen, fahndeten nach Spuren und gingen Hinweisen nach - vergeblich. Irritierend waren die Begleitumstände des Mordes: „Die Frau wurde gnadenlos weggeschossen“, hatte ein Kripobeamter formuliert. Es gab keine Spuren eines Einbruchs und die Wohnung wirkte nicht, als sei sie durchsucht worden. Die Nachbarn im Mehrparteien-Seniorenwohnhaus hatten keinen Schuss gehört.

48-jähriger Mann festgenommen

Jetzt könnte die Kriminalpolizei doch noch auf die Fährte des Mörders gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass ein 48 Jahre alter Mann aus Neuenrade festgenommen worden ist. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. „Gegen ihn besteht ein dringender Tatverdacht“, sagte gestern Bernd Haldorn, ermittelnder Staatsanwalt in Hagen. Haldorn geht davon aus, dass bis September Anklage gegen den Neuenrader erhoben wird. Der Mann selbst schweigt zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwalt hält ihn sogar für einen zweifachen Täter, denn dem 48-Jährigen wird ebenfalls vorgeworfen, im Jahr 2006 in einer Kölner Pizzeria einen Gastwirt erschossen zu haben. In Kölner Medien wurde nach der Tat über eine missglückte Schutzgelderpressung geschrieben. Haldorn ordnet das aber dem Bereich der „Spekulation“ zu.

Zeugen sagen aus

Wie die Staatsanwaltschaft gestern weiter sagte, deutet sich zumindest im Mordfall Muckebeutel ein Motiv an: Aus der Wohnung der Seniorin fehlten nach der Tat Sparbücher – und eine Geldkassette. Über den Stand der Ermittlungen hält man sich in Hagen im Übrigen bedeckt. Zumindest war zu erfahren, was die Ermittler mehr als zehn Jahre nach der Tat auf die Spur des Neuenraders gebracht hat: „Das waren Zeugenaussagen“, so Haldorn. ▪ Thomas Keim

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