Möhling schafft Verbindungen, die halten – auch auf der menschlichen Ebene

Altenas größter Arbeitgeber wird 175 Jahre alt

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Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, gratulierte den Möhling-Geschäftsführern Hans Möhling und Britta Hölper.

Altena -  Man merkte Dr. Ralf Geruschkat, dem Hauptgeschäftsführer der SIHK, deutlich an, dass er an dem Termin gestern in Dahle seinen Spaß hatte: Die tolle mittelständische Struktur der südwestfälischen Industrie habe ihn vor zwei Jahren dazu bewogen, sich um den Posten zu bewerben – „und die Firma Möhling steht dafür prototypisch“.

Und das schon seit 175 Jahren: 1843 als Einmann-Kettenschmiede gegründet verwandelte sich das bis heute inhabergeführte Unternehmen (und zwar in der siebten Generation) im Laufe der Jahrzehnte zu Altenas größten Arbeitgeber. 420 Menschen arbeiten in den Werken in Dahle und an der Westiger Straße, weitere 280 in Tochterunternehmen in Slowenien, Thüringen und Sachsen. „Wir schaffen Verbindungen“ – so lautet das Firmenmotto. Das gelte nicht nur für die Produkte, sondern auch für Menschen, zu denen man sich ebenfalls stabile Verbindungen wünsche, sagte Geschäftsführerin Britta Hölper, als sie gestern Zulieferer und andere Geschäftsfreunde zur offiziellen Jubiläumsfeier begrüßte. Sie nannte ein Beispiel: Vor 75 Jahren gratulierten die Firmen Lüling und Brüninghaus zum 100-Jährigen, auch gestern waren sie vertreten, weil sie damals wie heute den Draht liefern, den Möhling weiterverarbeitet. Von „Vertrauen und Respekt getragen“ seien Verbindungen wie diese sagte Hölper und dankte für „die tägliche Realisierung nicht machbarer Liefertermine“ und dafür, dass Händedruck und mündliche Zusage noch etwas gelten. Draht aus Altena wird ganz schön viel gebraucht bei Möhling. Etwa drei Milliarden Teile verlassen jährlich die Werke.

Blick in die Fertigung am Standort Dahle: Allein dort stehen über 100 Maschinen.

Die Möhling-Gruppe ist auf Kaltumformung spezialisiert, allein in Altena produzieren die Mitarbeiter auf rund 140 Maschinen Teile, die später in Autos, Küchengeräten, Scharnieren und so weiter, und so fort verbaut werden. Eine wichtige Rolle spielt der Werkzeugbau, der bis aus wenige Ausnahmen in Eigenregie erfolgt. Die Einbindung in dörfliche Strukturen sei ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie und werde nicht nur in Dahle, sondern auch an den anderen Standorten praktiziert, betonte Hölper. Wie eng Möhling und Dahle zusammengehören, zeigt die Tatsache, dass manche Familie dort schon in der vierten Generation arbeitet. „Ultimative Lobhudelei gehört nicht zu unseren Kernkompetenzen“, betonte die Möhling-Geschäftsführerin, bevor sie den Startschuss gab für einen neuen Imagefilm über das Unternehmen. Darin wird auch beschrieben, dass auf den Maschinen bis zu sieben Umformungen in einem Arbeitsgang erfolgen können und dass bis zu 30 Zentimeter lange Teile produziert werden können. Europaweit einmalig sei das, was das Unternehmen seinen Kunden bieten könne. Deshalb liefert das Unternehmen auch in 50 Länder weltweit. Soziale Verantwortung hätten südwestfälische Unternehmer schon immer übernommen, ohne groß darüber zu sprechen, sagte Geruschkat und gab damit eine Steilvorlage für Dahles Ortsvorsteher Helmar Roder. Er erinnerte daran, dass Maibaum, Schießstand, weihnachtliche Dorfbeleuchtung und vieles mehr ohne Möhlings Hilfe nicht realisierbar gewesen wäre und dass auch die Dorfvereine mit der Firma einen großen Förderer hätten. Nicht zuletzt sei die Chefetage auch für „verrückte Ideen des Dorfvorstehers“ empfänglich, freute sich Roder und erinnerte an das Zoff-Konzert auf dem Firmenparkplatz. Für die Stadt gratulierte die stellvertretende Bürgermeisterin Hanna Freissler. „Wir brauchen Firmen wie Möhling, die in der Stadt investieren und Steuern zahlen“, sagte sie und lobte, dass die Inhaber sich Herausforderungen stets gestellt und Höhen und Tiefen gemeistert hätten. Insgesamt seien die zurückliegenden 175 Jahre eine Erfolgsgeschichte. Der offiziellen Feier mit Geschäftspartnern folgt heute eine interne für die Mitarbeiter.

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