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Grippe-Impfung in der Apotheke

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Von: Thomas Keim

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Filialleiterin Meike Crummenerl mit einer Impfdosis.
Filialleiterin Meike Crummenerl mit einer Impfdosis. © Keim

In der Markt-Apotheke an der Kirchstraße kann man sich jetzt gegen Grippe impfen lasse. Es handelt sich um ein Modellprojekt der Apotheker-Kammer, das in diesem Jahr die Region Westfalen-Lippe ins Blickfeld nimmt. Das gehe natürlich nicht „zwischen Tür und Angel“, sagt Apotheke Dirk Voss. „Man muss einen Termin vereinbaren.“

Altena – Nach Angaben der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) gibt es Bevölkerungsgruppen, denen eine Grippeschutzimpfung empfohlen wird und die dann auch von der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird. Dazu gehören ältere Menschen, Schwangere, chronisch kranke Patienten oder medizinisches Personal. „Natürlich auch Menschen, die mit vielen sozialen Kontakten arbeiten“, fügt Apotheker Dirk Voss hinzu. Allerdings liegen die Impfraten regelmäßig zu niedrig.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt gerade bei älteren Menschen eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent. Dieses Ziel ist auch im nationalen Impfplan für Deutschland festgelegt. Jedoch: Es wird bisher bei weitem nicht erreicht. Unter den über 60-Jährigen waren in der Saison 2016/2017 beispielsweise nur knapp 35 Prozent gegen die Grippe geimpft.

Infekte nehmen deutlich zu

Durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus (Maske, Abstand) sei das Immunsystem ein Stück weit heruntergefahren, erläutert Dirk Voss. „Es gibt jetzt eine breite Angriffsfläche für die Grippe.“ Es sei jetzt schon zu beobachten, dass die grippalen Infekte explodieren.

Um die Impfung verabreichen zu dürfen, mussten die Mitarbeiter der Apotheken Vorbereitungskurse besuchen. „Die waren sehr intensiv“, berichtet Dirk Voss. Man habe sich dafür entschieden, die Impfung nur in der Markt-Apotheke anzubieten, nicht in der Bahnhof-Apotheke. Dort gebe es geeignete Räume, sagt Dirk Voss. Dass die Ärzteschaft das Modell kritisch sieht, ist Dirk Voss klar. „Etwa 80 Prozent werden das mit Skepsis beurteilen.“ In vielen südlichen Ländern sei es aber üblich, dass Apotheker eine einfache Spritze verabreichen.

Wichtig zu wissen: Das Angebot gilt nur für Versicherte der AOK. Eine Selbstzahlung ist nicht möglich.

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