"Mobbingattacken": Ratsherr Kemmerling bricht mit der SPD

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Reiner Kemmerling (stehend) bricht mit der SPD - und teilt kräftig aus.

Altena - Paukenschlag im Wahljahr: Der SPD-Ratsherr und stellvertretende Parteivorsitzende Reiner Kemmerling kehrt seiner Partei den Rücken. Er erhebt schwere Vorwürfe.

Reiner Kemmerling will mit der SPD nichts mehr zu tun haben.  Er ist sowohl als stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, aus der Fraktion und dem Ortsverein selbst ausgetreten.

In einer schriftlichen Stellungnahme spricht er von "massiven Mobbingattacken" in den vergangenen Monaten, die ihn zu diesem Schritt bewogen hätten. 

Was er in den vergangenen 19 Jahren in der SPD Altena geleistet habe, "wurde mit Füßen getreten. Angriffe teilweise unter der Gürtellinie sind nur ein Teil der Geschichte". Auf Nachfrage spricht er von "Diffamierungen" in den vergangenen zwölf Monaten. 

Mit wem er diese Auseinandersetzungen hatte und um was es dabei ging, möchte der 59-Jährige nicht sagen. Nur, dass beim Streit nicht die politische Arbeit innerhalb der SPD, sondern Persönliches im Mittelpunkt gestanden habe.

"Will keinerlei Kontakt zu den Leuten"

Kemmerling teilt kräftig aus und betont, mit den "Leuten aus dem SPD-Vorstand und der Fraktion nicht länger zusammenarbeiten" zu können und auch keinerlei Kontakt zu den Sozialdemokraten mehr haben zu wollen. Vor seiner Entscheidung habe es Klärungsversuche und ein Gespräch mit dem Unterbezirk der SPD gegeben, "doch dies hat keinen Erfolg gehabt". 

"Dieser Schritt fällt mir sehr schwer", sagt der 59-Jährige, der erst im Dezember 2019 den Posten als stellvertretender Ortsvereins-Vorsitzender übernommen hatte, mit Blick auf 19 Jahre Engagement in der SPD und elf Jahre Arbeit als Ratsherr. 

Kemmerling will Ratsherr bleiben

Letzteres will er bleiben und sein Mandat als Parteiloser zumindest bis zum Ende dieser Legislaturperiode fortführen, um den Wahlbezirk Drescheider Berg und unterer Breitenhagen "weiterhin gut zu vertreten".

Ob er bei der Kommunalwahl im September wieder antritt, lässt sich Kemmerling noch offen. "Ich muss erstmal sehen, wie die nächsten Wochen so verlaufen."

Erst Ende 2019 war Thorsten Janson als stellvertretender SPD-Fraktionschef zurückgetreten. Seinen Posten hat Thomas Schmitz, Ortsvorsteher in Evingsen, übernommen. 

Die SPD kommt nicht zur Ruhe. Denn Wirbel hatte es auch um die Entscheidung der Partei gegeben, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu stellen.

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