Glanzvoller Höhepunkt des Gemeinschaftsprojektes

Vom Publikum wurde das Chorprojekt ausgesprochen gut angenommen.

Altena - Österliche Hoffnung weckten Chöre, Orchester und Solisten am Sonntag in der Lutherkirche mit Bachs „Johannes-Passion“ inmitten dramatischer musikalischer Schilderungen von Verrat, Schmerz und Kreuzestod. Zum überwältigenden Klangerlebnis geriet die Aufführung des opulenten, am Karfreitag 1724 in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführten und mehrfach überarbeiteten Meisterwerks unter Leitung von Johannes Köstlin.

Mehr als 80 Mitwirkende brachten ihren Zuhörern die Dramatik, Wucht und Größe der Bach’schen Passionserzählung nahe. Neben Vokalsolisten und dem Kammerorchester „musica da camera“ wirkten der Kammerchor „Collegium Canticum“ sowie ein aus der Lutherkantorei, dem Kirchenchor St. Matthäus und Gästen zusammengesetzter Choralchor mit.

Aus einem Guss, stimmig bis ins kleinste Detail und jeder noch so feinen Klangschattierung und Nuance, geriet die Darbietung des machtvollen Werks mit leidenschaftlichen Chören, eindringlichem Dialog der Protagonisten und einer fesselnden, packenden Tonsprache vor (nahezu) voll besetzten Rängen. Zu Recht feierten die Zuhörer die Ausführenden und ihren Dirigenten, der die Fäden des musikalischen Geschehens meisterhaft zu einem polyfonen Ganzen verwob, am Ende mit Standing Ovations.

Schon mit der Auswahl der Solisten bewies Johannes Köstlin ein glückliches Händchen. Voran Mark Heines (Tenor), der in die tragende, allseits präsente Rolle des Evangelisten schlüpfte und gesangstechnisch höchst anspruchsvollen Rezitativen/Arien außergewöhnliche Lebendigkeit verlieh, begeisterten Karolina Brachman (Sopran), Christine Wehler (Alt) und Christoph Scheeben (Bass) mit berührenden Arien (zum Innehalten) zu instrumental unterschiedlichster, auf die Textaussage und Stimmung zugeschnittener Begleitung. Christoph Scheeben strahlte bei seinen Rezitativen in der Rolle des verratenen, misshandelten und grausam hingerichteten Jesus mit seiner wohlklingenden Bassstimme Ruhe und Würde inmitten des brausenden Sturms der Ereignisse ringsumher aus.

Hervorgehoben seien daneben auch Sopranistin Maria Hartel als Magd, Tenor Holger Otto als Diener und Götz Rupe, der Pilatus und Petrus seine sonore Bassstimme lieh.

Unweigerlich machten die Chöre, Choräle, Arien und Rezitative mit ihren hochdramatischen und lyrischen Passagen die Zuhörer zu Anteilnehmenden am Leiden und Sterben Christi. Nicht zuletzt der Facettenreichtum der instrumentalen Begleitung trug zur Farbigkeit des Werkes bei. Virtuos und emotional spielte das Kammerorchester auf. Erhebende Momente schenkten die Chöre dem Publikum. Stimmgewaltig griff der Kammerchor mit handverlesenen Sängern aus ganz Nordrhein-Westfalen als Turba-Chor immer dann ins Geschehen ein, wenn Menschenmassen und handelnde Personen gefragt waren. Schon der machtvolle Eingangschor – immens schwierig umzusetzen - ließ aufhorchen.

Bei den Chorälen (auf Texte bekannter Kirchenlieder) toppte der große Choralchor mit den heimischen Chören, die sich mitfühlend und Anteil nehmend in die Passionserzählung aus der Perspektive des Johannes einschalteten, das lange nachwirkende Hörerlebnis. Überwältigend, einen derart großen, stimmgewaltigen Chor in Aktion zu erleben! Mit der Aufführung fand das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Altena, Dahle, Evingsen, Nachrodt und Wiblingwerde seinen glanzvollen Höhepunkt.

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