Mittelstand für schwierige Zeiten gerüstet

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Dem Mittelstand geht's gut in der Region - trotz Konjunktur-Abschwung.

Altena –Der Mittelstand hat goldene Zeiten hinter sich, nun geht's etwas bergab mit der Konjunktur. Kein Grund zur Sorge, wie eine Untersuchung zeigt.

„Diagnose Mittelstand“ heißt eine Untersuchung, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband einmal jährlich vorlegt und in die auch Daten der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis einfließen. 

Deren Vorstandssprecher Kai Hagen verfiel in den Jargon der Mediziner, als er die Untersuchung jetzt vorstellte: Im Kern sei der Patient Mittelstand gesund und gehöre trotz leichter konjunktureller Eintrübungen keinesfalls auf die Intensivstation, sagte er.

Auch für Firmenkundenberater Ralf Neumann kann von Krise keine Rede sein: „Die Wirtschaft kommt aus einem goldenen Jahrzehnt. Jetzt setzt eine Normalisierung ein.“ 

Für schlechte Zeiten gut gerüstet

Hagen betonte, dass der Mittelstand in den vergangenen Jahren klug gehandelt habe: Die Eigenkapitalausstattung betrage jetzt im Schnitt 40 Prozent und habe sich damit in etwa verdoppelt. Dadurch seien die Unternehmen für wirtschaftlich schwierigere Zeiten bestens gerüstet, hob der Sparkassenchef hervor. 

Grundlage für die Diagnose Mittelstand ist die Auswertung der Bilanzen tausender Firmen, die Kunden der Sparkassen sind. Außerdem fließen die Ergebnisse einer Umfrage ein, die der Dachverband jeden Herbst unter seinen Mitgliedern durchführt. Die in der Untersuchung gemachten Feststellungen seien aus ihrer Sicht zutreffend, sagten Hagen und Neumann, die im ständigen Austausch mit fast allen Unternehmern der Region stehen. 

Bauwirtschaft und Handwerk geht's bestens

Von einer „gespaltenen Konjunktur“ sprach Hagen, als er seine bei diesen Gesprächen gewonnenen Eindrücke zusammenfasste. Auftragsrückgänge beklagen danach vor allem die Automobilzulieferer, wobei auch die zum Jahresbeginn eine leichte Auftragszunahme vermelden würden. 

Die Branche der Dienstleister und der Bauwirtschaft hingegen präsentiere sich „in bester Laune und als kräftige Konjunkturstütze“. Neumann ergänzte, dass das natürlich auch für das Handwerk gelte. Dort seien die Auftragsbücher nach wie vor prall gefüllt. 

Nicht alles eitel Sonnenschein

Vor allem wegen Investitionen in Gebäude und Maschinenparks wächst der Kreditbedarf der Unternehmen im Lennetal. „Die Sparkassen haben ein hohes Risikobewusstsein und vergeben Kredite nicht unbedacht zur Finanzierung riskanter Geschäftsmodelle“, versichert Hagen. Gerade in der Niedrigzinsphase sei es wichtig, durch Vergabestandards und Beratung dafür zu sorgen, „dass sich trotz immer niedrigerer Finanzierungskosten bei unseren Kunden keine gefährliche Blase in der Finanzierung bilden kann“, sagte Hagen. 

Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz: In der Untersuchung wird deutlich darauf hingewiesen, dass Deutschland in Sachen schnelles Internet sehr viel schlechter dasteht als viele andere europäische Länder und dass das ein Wettbewerbsmangel sei. Auch das Thema Fachkräftemangel bleibe aktuell.

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