Mittelaltermarkt wird ein Fest

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Corina Turner: Ein Festbesuch ist fast ein kleiner Urlaub.

ALTENA -  Corina Turner ist Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins und hat das Mittelalter-Festival vor fünf Jahren mit initiiert. Im AK-Interview gibt sie einen Einblick in die Arbeit des Organisations-Teams

AK: Warum muss ich als Gast erneut zum Mittelalterfest nach Altena kommen?

Corina Turner: Ich vergleiche den Besuch gerne mit Urlaub. Den macht jeder von uns ja auch immer wieder und auch gerne am selben Ort. So ist es für mich mit unserem Mittelalter-Festival. Wer zum wiederholten Male kommt, den erwartet einerseits das liebgewonnene Vertraute als Rahmen, und dazwischen immer wieder ganz neue Erlebnisse, die die Spannung aufrecht erhalten.

AK: Was ist in diesem Jahr so anders, als in den Vorjahren?

Corina Turner: Dazu zählen bei der 5. Auflage sicherlich die Turniere. Die werden dieses Jahr nicht mehr nur mit Pferden geritten, sondern auch mit Greifvögeln ausgetragen – wie es früher gute Väter Sitte war. Zudem haben wir bei den Ständen kräftig durchgemischt. Es sind ganz neue Handwerker und Künstler dabei. Dazu gibt es ein deutlich größeres Rahmenprogramm: mit Fackelrundgängen, „Gundos Streifzügen“ um die Burg sowie mittelalterlichen Stadtführungen „von Burg zu Burg“ - also von der Burg Altena zur Burg Holtzbrinck. Neu ist auch die Möglichkeit, mittags an einem Rittermahl mit Spiel und Gaukelei teilzunehmen.

AK: Der Burgaufzug ist noch nicht fertig. Wird die Baustelle einbezogen?

Corina Turner: Na klar, darauf warten die Besucher doch. Der Bürgermeister persönlich wird mit seinem Team durch die Baustelle führen. Wer zuhört, hat den Eindruck, schon mitten durch die Erlebnisstationen zu gehen und in die dort erzählten Sagen einzutauchen.

AK: Musik auf der Burg. Was erwartet die Gäste zum Auftakt am Freitag und warum haben Sie sich für diese Gruppe entschieden?

Corina Turner: Dieses Jahr gibt es zur Festival-Eröffnung auf der Burg Altena „Cultus Ferox“ auf die Ohren. Damit möchten wir den Mittelalterfans einen Ausflug in die Welt der Sagen und Mythen bieten. Die lustigen Mittelalter-Musiker gehören zu den beliebtesten ihren Genres.

AK: Die Preisgestaltung ist besonders für Familien relevant. Ist es nicht zu teuer, Jahr für Jahr über den Markt zu schlendern?

Corina Turner: Damit sprechen Sie unsere Preisgestaltung an. Die Einzelkarte kostet mit acht Euro genauso viel wie zum Beispiel ein Ticket in den großen Kinos. Dort bekomme ich zwei Stunden Unterhaltung, in Altena einen ganzen Tag. Die üblichen großen Mittelalter-Märkte haben Preis ab 20 Euro aufwärts. Da sind wir mit unseren acht Euro am unteren Ende der Preisgestaltung, zumal hier eine ganze Innenstadt samt Burg als Spielort geboten wird. Und noch ein Vergleich: Bei den Unterhaltungsparks in unserer Gegend zahlen allein Kinder 18 Euro Eintritt; bei uns kommt für 20 Euro die ganze Familie (vier Personen hinein). Da brauchen wir keinen Vergleich zu scheuen. Oftmals wird bei der Preisdiskussion vergessen, dass die rund 500 Schausteller, Musiker und Handwerker, die wir dabei haben, ihre Auftritte nicht als Hobby sehen. Die erhalten für ihr Kommen Gage, weil sie von ihren Auftritten leben – und nicht vom Applaus allein, wie es so schön heißt. Auch die Hunderte Meter langen Absperrungen, der Aufbau des Turnierplatzes, der erforderliche Sanitätsdienst, die vorgeschriebene Security – das alles kostet jeweils einige tausend Euros.

AK: Was ist ihr ganz persönlicher Geheimtipp für den Markt?

Corina Turner: Ich bummel am liebsten Samstagabends, nach dem Nachtturnier, über den Markt. Dann ist die Lennepromenade nur mit Feuerschalen erleuchtet, die Häuser sind bunt angestrahlt. An vielen Ständen sitzen die Schausteller gemütlich beisammen und musizieren. Dann freue ich mich jedes Mal wieder so sehr darüber, in Altena zu wohnen. Dieses Flair gibt es nirgendwo anders.

AK: Wäre nicht ein Zwei-Jahres-Rhythmus der Festfolge sinnvoller? Nutzt sich das Thema nicht ab? Ist der Termin „mitten in den Sommerferien“ wirklich richtig gewählt?

Corina Turner: Diese Fragen stellen wir uns auch – immer wieder. Allerdings haben wir über vier Jahre in Folge die Besucherzahl steigern können. Würden Sie da etwas am Konzept verändern? Wenn das Interesse nachlässt, werden wir sicherlich neu denken.

AK: Kassieren, aufräumen, aufbauen: Finden Sie immer noch genügend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für das Spektakel?

Corina Turner: Glücklicherweise ja. Dafür sind wir wirklich dankbar - und wir sind stolz auf das bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt. Wir wissen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass Bürger helfen und anpacken.

von Johannes Bonnekoh

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