Mittelaltermarkt: Räuber plündern Innenstadt

Graf von der Mark auf dem Weg zur Burg.

ALTENA ▪ Während die hohen Herren von Stadt und Land im Beisein des Grafen Engelbert von der Mark Freitagabend das Mittelalterfest auf der Burg feierlich eröffneten, stand Einzelhändler und Gastronomen in der Stadt die Angst ins Gesicht geschrieben.

Plündernde Horden des Bischofs von Münster zogen durch die Innenstadt und gingen erst wieder, wenn ihre Kehlen vom Bier befeuchtet waren. Mit viel Trubel startete damit die vierte Auflage von „Altena – Eine Stadt erlebt das Mittelalter“.

Bilder vom Mittelaltermarkt:

Mittelaltermarkt: Eröffnung und Rabenschrey-Konzert

Am frühen Abend sammelte sich das Marktvolk – etwas versteckt dahinter auch der Bischof und seine Schergen – am Markaner. Esel, Pferde, orientalisches Volk, kleine Prinzessinnen und starke Ritter – alles aus mittelalterlicher Zeit war dort vertreten.

Mittelaltermarkt Altena 2012

Mittelaltermarkt Altena

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Ein Herold rief mit einem dreifachen „Vivat!“ – zu Ehren des Grafen Engelbert – zum großen Umzug durch die Stadt hinauf zur Festung auf. Langsam setzten sich der Zug zu den lauten Trommelschlägen des Halveraner Fanfarenzugs in Bewegung. Die Musiker imponierten den zahlreichen Altenaern am Straßenrand auch mit ihren Fahnenschwenkern. Mehrere Meter hoch kreisten die Flaggen.

Ganz am Anfang des Umzug ging Graf Engelbert mit seiner Angetrauten – nichts ahnend, was nach seinem Einzug in die Burg noch geschehen sollte. Mit Schwertern und Äxten bewaffnet stürmten zahlreiche Räuber die Innenstadt. Sie zogen von Kneipe zu Kneipe und ließen auch die ehrwürdige Buchhandlung nicht aus. Überall gab es für sie etwas abzustauben. Alles auf Befehl des Bischofs zu Münster, Ludwig von Hessen. Doch den diebischen Gesellen aus dem Münsterland wird seine Strafe an diesem Wochenende noch ereilen.

Die Eröffnung des Marktes auf der Burg und auf der Lennepromenade übernahm nach Aufforderung des Grafen, Landrat Thomas Gemke. Der „Landfürst“ verkündete im Beisein vom Droste zu Altena, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, die Marktregeln. Von Pranger und Züchtigung war in seiner Ansprache die Rede. Auch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper lauschte andächtig. Dann schallten fünf Böllerschüsse durch das Lennetal. Die Evingser Artillerie verkündete weit hinaus den Auftakt des Festwochenendes.

Der Anfang des Spektakels gestaltete sich dann aber doch etwas schwieriger als gedacht. Landrat Thomas Gemke benötige mehr als zehn Schläge, um das Fass mit Freibier für das Volk auf dem Burghof anzustechen.

Am Abend übernahm dann die Band „Rabenschrey“ das Zepter auf dem oberen Burghof. Immer wieder nahm Bandleader Donar von Rabenschrey Bezug auf die Kritik der Altenaer Kirchen.

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