Vom Mittelalter in die Zukunft: Millionen-Scheck vom Land für die Burg

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Große Freude über einen großen Scheck: Staatssekretär Dr. Jan Heinisch (2.v.r.) überreichte den Förderbescheid des Landes auf dem Burghof an X (l.), Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Landrat Thomas Gemke (r.)

Altena – Geister werden auferstehen,  das Burgleben wird lebendig: Mit einer Millionensumme wollen Land und Kreis die Burg für junge Leute attraktiver machen.

Die Burg fit für die Zukunft machen: Das plant der Märkische Kreis in Altena. Konkret geht es dabei um Digitalisierungsmaßnahmen, durch die das Museum für junge Besucher attraktiver werden soll. 

Mit den Ideen überzeugt hat der Märkische Kreis das NRW-Heimatministerium. Staatssekretär Dr. Jan Heinisch übergab gestern in Vertretung für NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach einen Förderbescheid in Höhe von 1,16 Millionen Euro. 

Diese Summe entspricht 90 Prozent der geplanten Investitionen. Warum gerade Altena, warum gerade die Burg? Auf diese Frage antwortete Heinisch: „Uns hat überzeugt, auf welche Weise hier digitale Vermittlung stattfinden soll und auch schon stattfindet. Heimat wird oft als etwas Eingestaubtes gesehen. Um die Attraktivität zu steigern, müssen wir uns bewusst den digitalen Themen stellen.“ 

Höchste Fördersumme 

Man könne durch die geplanten Umbaumaßnahmen, die nun so schnell wie möglich beginnen sollen, „in ein neues Zeitalter aufbrechen“, schaffe „etwas Schönes mit Strahlkraft“. 

Die Förderungssumme gehört zu den größten, die das Heimatministerium bisher vergeben hat. Freude darüber herrschte bei der Vorstandsvorsitzenden der Märkischen Kulturstiftung, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, dem stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Peter Brunswicker und Hausherrn Landrat Thomas Gemke. 

"Das Beste aus zwei Welten"

Dienstel-Kümper betonte wie wichtig es sei, sich den Mediengewohnheiten Jugendlicher anzupassen und der jungen Generation einen besseren Zugang zum Heimatwissen und zu den Inhalten der Dauerausstellung zu verschaffen. Man könne nun „das Beste aus  zwei Welten ideal miteinader verbinden“, sagte sie und meinte damit einerseits das fühl- und greifbare Erlebnis „wie die kühlen Burgmauern“, und andererseits die Präsentation der Informationen, die durch die Digitalisierung deutlich lebhafter werden kann. 

Schirrmann als Pepper's Ghost

Herzstück der Planungen sind mehrere hologrammartige Projektionen geschichtlicher Personen, zum Beispiel von Richard Schirrmann. Er gründete auf der Burg die erste Jugendherberge der Welt und soll seine Geschichte künftig als lebensgroße „Pepper’s-Ghost“Projektion erzählen, erläuterte Museumsleiter Stefan Sensen. „Die Räume sind zwar interessant, erzählen aber noch nicht die Geschichte“, sagte er zum Grundgedanken hinter den Projektionen. 

„Schirrmann müssen wir auch gar keine Worte in den Mund legen, weil er viele Zitate hinterlassen hat.“ 

Guides kommen nicht an

Auch die Multimediaguides sollen ersetzt werden. Sie seien zwar relativ neu, fänden aber bei den Besuchern nur wenig Anklang. Künftig sollen Besucher sich die Informationen direkt und ohne die Installation einer App auf dem eigenen Handy ansehen können. 

Geld für Wehye-Park

Auch der Weyhe-Park ist Teil der Erneuerung – unter anderem bekommt er einen neuen Themenspielplatz. Die Burg Altena zählt zu den zehn besucherstärksten Museen in ganz Westfalen. Sie hat rund 5000 Mitbewerber, aber auch Alleinstellungsmerkmale. 

Neben der Jugendherberge ist eines davon der Burgaufzug, der ebenfalls durch Fördergelder des Heimatministeriums mitfinanziert wurde – und den Staatssekretär Dr. Heinisch gestern bei seinem Besuch erstmals benutzte.

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