Mittelalter-Fest: "Auf keinen Fall brav"

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Braver soll das Mittelalter-Fest auf keinen Fall werden, sagt die Organisatorin. Nicht nur bei den Ritterspielen geht es turbulent zu.

Altena – Am ersten August-Wochenende findet das  große Mittelalter-Fest statt. Organisatorin Corina Turner wirft einen ganz persönlichen Blick auf das Spektakel.

Sie wäre wohl verbrannt worden. Als Hexe auf einem Scheiterhaufen. Im Mittelalter. Das vermutet Corina Turner und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Allein wegen der roten Haare. Da hätte mich nichts rausgerissen.“ 

Im Interview verrät die Miterfinderin und Organisatorin des Mittelalter-Fests, die mit Wolfgang Noack, Gundula Flusche, Detlef Krüger, Martina Handke und Nathalie Weigelt nächstes Wochenende das elfte Spektakel „Altena – eine Stadt erlebt das Mittelalter“ auf die Beine stellt, wie sie persönlich über die Großveranstaltung denkt. 

Gott zum Gruße, edle Herrin von stolzem Geschlecht. Oder sind Sie vielleicht nur die Maid? 

Corina Turner: Ich bin nur die Maid. Die Maid ist nicht ganz so edel wie das Burgfräulein und kümmert sich um alles.  

Das Mittelalter begeistert die Menschen, aber es war eine stinkende Epoche mit Angst und Hunger. Was fasziniert Sie persönlich an dieser Zeit? 

Turner: Es war eine ganz andere Zeit, als die, in der wir heute leben. Und es passt natürlich zu unserer Stadt. Sicher war das Mittelalter düster, aber es hatte auch seine schönen Seiten. 

Abseits von Pest und Hexenverbrennung haben die Leute versucht, Spaß zu haben. Dazu kommen die Handwerker, die ich faszinierend finde, und die ich mir auch immer wieder gerne angucke. 

Viele Gäste kommen immer wieder. Vielleicht auch, weil man beim Mittelalterfest nicht so viele geschichtliche Kenntnisse benötigt? 

Turner: Genau. Wir sind ganz bewusst kein Markt, wo nur authentisch Gewandelte rumlaufen. Unser Ziel ist es, Familien einen schönen Nachmittag zu bescheren. Einfach ankommen und die Zeitreise beginnen lassen. 

Nach ein paar Besuchen weiß man genau, wo welche Händler stehen. Ist das in diesem Jahr anders? 

Turner: Wir haben versucht, einen Mix hinzubekommen. Wir wollten das Fest nicht komplett umkrempeln, weil die Leute wissen, wo sie das Armband zu ihrem Ring bekommen. Und auch den Händlern ist ihr angestammter Standort wichtig. 

Haben Sie keine Angst, dass sich die Veranstaltung totlaufen könnte? 

Turner: Die Angst ist seit dem ersten Jahr da. Jedes Jahr haben wir deshalb ein bisschen an den Stellschrauben gedreht. Beim Zehnjährigen im vergangenen Jahr hatten wir ein Best-of. Vielleicht wollten die Menschen das nicht so haben. 

Und deswegen setzen wir jetzt noch mehr auf Mitmach-Aktionen für Familien. Es gibt auch noch mehr Stelzenläufer auf der Promenade, sodass die Kinder auch mehr sehen. Aber im vergangenen Jahr war auch definitiv die Hitze das Problem. 

Sie hatten ja auch mal eine Band, die zu ketzerisch war. Sind Sie braver geworden? 

Turner: Auf keinen Fall braver. Wir lassen uns von keinem vorschreiben, welche Bands wir einladen. Wir haben dieses Jahr auf der Burg eine Folk-Rock-Band und unten sind wir auf Punkrock à la Mittelalter umgestiegen. 

Während die Gäste bummeln, rennen Sie rauf und runter. Ein Fitnessprogramm? 

Turner: Kann man so sagen. Wir laufen ungefähr 50 Kilometer am Freitag und Samstag. Wenn die Händler kommen, geht es los. Dann fliegt der Strom – wie immer in den ersten Stunden – fünf Mal raus. Das ist völlig normal. Wir müssen uns um alle Anliegen kümmern.

Und nach dem Fest? 

Turner: Montags mittags, wenn alles abgebaut ist, gehe ich ins Bett und schlafe zwei Tage.

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