"ABC" im Blick

Warnstreik vor dem Werkstor von VDM Altena

Mit IGM-Flaggen und Trillerpfeifen ausgestattet trafen sich gestern die Mitarbeiter der Frühschicht vor dem Werkstor.

Altena - Für ein „ABC“ hat die Frühschicht der VDM Metals GmbH in Altena am Montagmorgen gestreikt. „A“ für Altersteilzeit“, „B“ für Bildungszeiten und „C“ für Cash – diese Aspekte ihres Arbeitslebens wollen die Mitarbeiter verbessert sehen.

Von 9.30 bis 10.30 Uhr ließen sie mit Unterstützung der IG Metall die Arbeit ruhen.

Ihrem Arbeitgeber wollten sie so deutlich zu verstehen geben, dass sie ernsthaft für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Der Produktionsausfall von einer Stunde sollte ein Warnzeichen sein.

Die hundert reichsten Menschen in Deutschland hätten zusammen 399,8 Milliarden Euro, die 500 reichsten zusammen gut 611 Milliarden, erklärte Ralf Springob, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei VDM. „Wenn wir dann eine Einkommenserhöhung von 5,5 Prozent fordern, ist das nicht zu viel. Genug Geld ist da, liebe Kolleginnen und Kollegen“, sprach Spingob durch das Megaphon.

Mit der Forderung, dass die Mitarbeiter eine Teilhabe an den guten Ergebnissen der Metall- und Elektroindustrie bekommen, ist die IG Metall in die Tarifrunde 2015 gegangen. Die Forderung nach mehr Geld ließe sich unter dem Stichwort Cash zusammenfassen, erklärte Gudrun Gerhardt, Verhandlungskommissionsmitglied der IG Metall in NRW. Außerdem verlangt die Gewerkschaft, dass älteren Mitarbeitern in Unternehmen ein flexibler Übergang in den Ruhestand ermöglicht wird. Konkret: Es soll einen Tarifvertrag für Altersteilzeit geben.

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Geförderte Bildungszeiten für Lehrgänge und Fort- und Weiterbildungen sollen außerdem ohne finanzielle Verluste für alle Mitarbeiter möglich sein. Das ist die dritte Forderung.

„Nach der zweiten Verhandlungsrunde sind die Arbeitgeber nicht weit genug auf uns zugegangen. Das Zugeständnis einer Einkommenserhöhung von 2,2 Prozent reicht uns nicht“, positionierte sich Gudrun Gerhardt deutlich. Am Freitag werde in Mülheim an der Ruhr die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern stattfinden, erklärte sie. „Wenn wir dann zu keinem Ergebnis kommen, wird die IG Metall für Ende Februar noch mal zu einer zentralen Streikveranstaltung aller beteiligten Betriebe aufrufen.“

Ralf Springob nutzte die Versammlung vor dem Werkstor gestern auch, um darauf hinzuweisen, dass VDM Metals in Altena noch nicht verkauft sei. Es gebe Interessenten, doch noch sei es nicht so weit. „Wenn es so weit ist, werden wir natürlich dafür kämpfen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt und dass Betriebsvereinbarungen bestehen bleiben.“

Von Kristina Köller

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