1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Mit Verzögerung: Starttermin für neues Testzentrum steht fest

Erstellt:

Von: Janine Tokarski

Kommentare

Eine Mitarbeiterin nimmt in einem Corona-Testzentrum einen Rachenabstrich für einen Corona-Schnelltest ab.
Testen, testen, testen: Der Bedarf ist durch die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante riesig. Bislang gibt es nur das Testzentrum des DRK in Altena. Nun kommt ein zweites auf dem Aldi-Parkplatz hinzu. © Christophe Gateau / dpa

In dieser Woche soll das neue Testzentrum auf dem Aldi-Parkplatz in Altena öffnen - wegen „technischer Probleme“ mit Verzögerungen. Das neue Zentrum kann die Wut von Elke Künne nicht schmälern. Sie ärgert sich über eine Sache in Altena besonders.

Altena – Bislang gibt es nur das eine Testzentrum in der Burg Holtzbrinck. Ein zweites soll nun in dieser Woche auf dem Parkplatz des Aldi-Markts an der Bahnhofstraße mit Verzögerungen an den Start gehen. Geplant ist die Eröffnung am Donnerstag (10. Februar). So der letzte Stand, den Bürgermeister Uwe Kober von Betreiberin Tatjana Mains erfuhr. Sie war für die Redaktion nicht erreichbar.

Die Zulassung für das neue Testzentrum hat die Iserlohner Geschäftsfrau bereits am 20. Januar vom Kreisgesundheitsamt erhalten. „Technische Probleme“ hätten zu der Verzögerung geführt, sagt der Bürgermeister, der die zweite Testmöglichkeit als „Bereicherung“ empfindet. „So können wir eine Lücke schließen.“ Denn im Container auf dem Aldi-Parkplatz sollen auch PCR-Tests durchgeführt werden. Diese bietet das DRK in der Bürgerburg nicht an.

Lange Öffnungszeiten für Kindertestungen im Gespräch

Mains ist gelernte medizinisch-technische Assistentin (MTA) und hat in der Vergangenheit andere Testzentren mit Rat und Tat unterstützt. Dann hat sie sich dazu entschieden, in Kierspe selbst ein Testzentrum zu eröffnen, auch auf dem Aldi-Parkplatz. Sie habe gute Kontakte zu Vertretern des Discounters und auch zum Labor Eurofins in Iserlohn, sagt Kober. Daher bietet sie PCR-Tests an.

Die Stadt sei mit ihr in Gesprächen, um die Öffnungszeiten auszuloten. „Wir hoffen, sie mit Blick auf die Kindertestungen ausweiten zu können.“ Um Schülern, deren Pool-Tests positiv ausfielen, womöglich noch am selben Abend eine Testmöglichkeit zu bieten. „Aber das ist natürlich auch ein wirtschaftliches Risiko und muss sich lohnen.“

Künne: Testmöglichkeiten in Stadtteilen fehlen

Die Eröffnung des zweiten Testzentrums wird viele freuen, Elke Künnes Problem löst dieses aber nicht. „Ich bin sehr besorgt und höchst verärgert über einige Vorgänge“, sagt sie und schrieb genau dies auch in einem Brief an Bürgermeister Kober. Mit Blick auf die geltenden Coronaschutz-Regeln müsse vor Ort „dann auch dafür gesorgt werden, dass die Menschen die Möglichkeit haben sich testen zu lassen.

Auf dem hinteren Teil des Aldi-Parkplatzes an der Bahnhofstraße 
in Altena soll ein neues Corona-Testzentrum entstehen.
Auf dem hinteren Teil des Aldi-Parkplatzes an der Bahnhofstraße in Altena soll ein neues Corona-Testzentrum entstehen. © Thomas Bender

Ein einziges Testzentrum in der Innenstadt mit eingeschränkten Öffnungszeiten kann doch wohl nicht die Lösung sein“. Sie fragt den Bürgermeister: „Haben Sie sich einmal Gedanken gemacht, wie die Menschen, ganz besonders die alten Menschen, in die Stadt kommen sollen? Hat Altena so viele reiche Bürger, dass die alle mit dem Taxi fahren können?“ Ihre Idee: analog zu den Impfbussen auch Testbusse einsetzen. „Der könnte täglich zwei Stunden am Breitenhagen, dann zwei Stunden in der Rahmende und in anderen Ortsteilen stehen. Warum geschieht das nicht?“

Bürgermeister: „Gefangene des Systems“

Nicht nur mit Blick aufs Testen kritisiert Elke Künne, die am Breitenhagen wohnt, fehlende Anbindungen, sondern auch für Arztbesuche oder zum Einkaufen sei es schwierig, für ältere Mitbürger ohne Auto ins Zentrum der Stadt zu kommen.

Bürgermeister Kober kann den Ärger „nachvollziehen. Uns sind die Probleme durchaus bewusst“. Doch Testzentren werden ausschließlich von externen und privaten Betreibern angeboten, nicht von Kommunen. „Die Entscheidungen und Maßnahmen bezüglich der Corona-Pandemie werden von der Regierung getroffen und sind im Alltag nicht für alle einfach umsetzbar. Auch wir sind Gefangene des Systems“, sagt Kober.

Er appelliert: „Ich kann die Bürger nur dazu ermutigen zu helfen, wo jemand Hilfe beim Bewältigen des Alltäglichen benötigt.“ Einen Fahrservice oder Testbus könne die Stadt jedoch nicht anbieten. Zumal auch Ärzte und Apotheken Tests anböten, nicht nur in der Innenstadt.

Auch interessant

Kommentare