Missbrauch erkennen und handeln

Pädagoge Volker Schattenberg, Mitarbeiter der Brücke Dortmund, führte durch den Workshop

ALTENA ▪ Nicht erst seit den Fällen von schwerer Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung, zum Teil mit Todesfolge, die in den vergangenen Monaten immer wieder durch die Medien in die Öffentlichkeit gelangten, hat das Thema der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch traurige Aktualität erlangt. Eine Antwort auf diese Fälle kann eine möglichst gute Kooperation aller Fachkräfte und zuständigen Institutionen sein.

Am Samstag hatte die Jugendförderung der Stadt Altena die Mitarbeiter aller Jugendzentren und die Mitarbeiter der katholischen jungen Gemeinde zu einer Weiterbildung zum Thema „Sexueller Missbrauch“ in die Jugendbegegnungsstätte Dahle eingeladen. Mit 25 Teilnehmern des Juz, des Bürgerzentrums Nettenscheid, der JBS Dahle, der KJG Altena und Betreuern der Juist Freizeiten war die Veranstaltung ausgebucht. Das Referententeam Heike Okroy, Diplom Sozialpädagogin und Anti-Aggressivitätstrainerin und Diplom- Pädagoge Volker Schattenberg, Mitarbeiter der Brücke Dortmund, führten durch den Workshop.

Hierbei ging es in erster Linie um die Sensibilisierung von Fachpersonal. Was kann man im Vorfeld tun? Welche Bedingungen sind wichtig um sexuellen Missbrauch zu verhindern und was ist zu tun, wenn es bereits zu sexuellem Missbrauch kam? All diese Fragen wurden nicht nur diskutiert, sondern auch Lösungen aufgezeigt. Dabei wurde zunächst definiert, was sexuelle Belästigung ist, wann sie anfängt und welche Konsequenzen sie haben kann.

Sexuelle Misshandlungen durch Jugendliche

Kinder und Jugendliche seien nicht nur Opfer von Sexualstraftaten, sondern auch Täter. Etwa ein Drittel aller sexuellen Misshandlungen werden durch Jugendliche begangen. Ohne frühzeitige Behandlung der kindlichen und jugendlichen Misshandler und Misshandlerinnen bestehe die Gefahr, dass diese ihre sexuellen Übergriffe wiederholen und intensivieren. Deshalb dürfe dieses Verhalten nicht bagatellisiert werden. Volker Schattenberg, der mit jugendlichen und Erwachsenen Straftätern arbeitet, erklärte, dass ein frühzeitiges Eingreifen wichtig sei, um weitere sexuelle Übergriffe zu verhindern. Immer wieder stellten sich die Referenten für Fragen der Teilnehmer zur Verfügung. Insgesamt acht Stunden dauerte das Seminar.

Nach rund acht Stunden endete das Seminar, die Teilnehmer konnten viele Wertvolle Informationen und Tipps mit nach Hause nehmen. Sie haben nun einen Rahmen, wissen nun, wie sie sexuellen Missbrauch erkennen können und welche Maßnahmen sie ergreifen müssen. ▪ loe

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