Straßen, Firmen, Wohnungen und Gewässer

Millionenschäden: Die finanziellen Folgen der Flut in Altena

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Die Schäden sind riesig und teuer in Altena - an Straßen, Gewässern, Firmen und Wohnungen.

Straßen, Firmen, Wohnungen und Gewässer: Zig Millionen Euro sind nötig, um die Hochwasserschäden in Altena zu beseitigen. Nun gibt es erste detaillierte Zahlen und Schätzungen.

Altena – Die Hochwasserkatastrophe Mitte Juli war am Montag das alles beherrschende Thema in der Sitzung des Rates. Dabei ging es auch um Geld. Das soll nämlich bald fließen. Er rechne damit, dass Mitte September die Kriterien klar seien, nach denen die Mittel des milliardenschweren Hilfsprogramms von Land und Bund verteilt werden sollen, sagte Bürgermeister Uwe Kober.

Das heißt aber nicht, dass noch nicht geholfen wurde. In mehr als 450 Fällen seien bereits Soforthilfen des Landes weitergeleitet worden. Für Privatleute gab es einen Sockelbetrag von 1500 Euro pro Haushalt und für jede weitere Person aus dem Haushalt 500 Euro. 745 000 Euro zahlte die Stadt an fast 350 Antragssteller.

1,3 Millionen Euro auf Spendenkonto

121-mal wurden Firmen unterstützt, sie erhielten insgesamt 605 000 Euro. Wo das Landesprogramm nicht griff, versuchte die Stadt mit Auszahlungen aus dem Spendentopf aus der größten Not zu helfen. Das passierte 58-mal, gezahlt wurden insgesamt 65 000 Euro.

Noch lägen 1,3 Millionen Euro auf dem bei der Stadt eingerichteten Spendenkonto, erklärte Stadtkämmerer Stefan Kemper. Kober ergänzte, dass es noch andere Organisationen gebe, die Spenden für die Flutopfer in Altena akquiriert hätten. Geplant sei, mit denen gemeinsame Richtlinien für die Auszahlung der Spendengelder zu entwickeln.

Abwicklung der Hilfen: Stadt bitte um Hilfe

Bevor aus diesen Töpfen Mittel ausgezahlt würden, müsse aber geklärt sein, welche anderen Hilfen die Betroffenen von Bund, Land und Versicherungen erhalten. Kober machte deutlich, dass die Stadt bei der Abwicklung auf die Hilfe beispielsweise des Kreises angewiesen sei: „Alleine schaffen wir das nicht.“

Um welche Dimensionen es geht, erfuhr der Bürgermeister bei dem Besuch in einer besonders stark vom Hochwasser betroffenen Firma. Dort schließt man nicht aus, dass der Gesamtschaden am Ende im zweistelligen Millionenbetrag liegen wird.

40 Prozent der kommunalen Straße beschädigt

Neben den Hilfen für Bürger und Unternehmen gab es auch eine Soforthilfe für kommunale Schäden. Sechs Millionen Euro flossen in den Märkischen Kreis, Altena bekommt davon nach Beschluss der Bürgermeisterkonferenz 3,3 Millionen Euro. Allerdings schätzt Kämmerer Kemper die hochwasserbedingten Aufwendungen allein in diesem Jahr auf etwa acht Millionen Euro.

Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
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„Das sind nur ganz, ganz grobe Zahlen“, sagte Kemper, als es um die Höhe des Schadens an kommunalen Einrichtungen ging, der auf über 60 Millionen Euro geschätzt wird. Der Löwenanteil davon entfällt auf die kommunalen Straßen. 40 Prozent von ihnen sind beschädigt, die Kosten für Reparatur beziehungsweise Neubau werden auf 27 Millionen Euro geschätzt.

Gewässer: rund 18 Millionen Euro Schäden

„Diese Katastrophe bringt auch Chancen mit sich“, sagt der Bürgermeister. Das Wasser richtete nämlich vor allem auch dort große Schäden an, wo die Substanz der Straßen nicht die beste war, wie zum Beispiel am Hügelweg, der jetzt endlich ordentliche Stützmauern bekommen dürfte. Noch sei das Bauamt aber noch nicht in der Lage, genau zu sagen, was wann wie repariert beziehungsweise neu gebaut werden soll, betonte Bau-Abteilungsleiter Roland Balkenhol.

Die Schäden an den Gewässern werden auf 18 Millionen Euro geschätzt. 900 000 Euro werden gebraucht, um Flutschäden an kommunalen Gebäuden zu beseitigen, vier Millionen Euro werden für Treppenanlagen sowie Fuß- und Wanderwege veranschlagt, 4,5 Millionen Euro für zusätzliche Personalkosten. Geschätzte 600 000 Euro fallen für Entsorgungskosten an.

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