Hoffnung auf bessere Wasserqualität

Millionen-Summe fließt in Rahmedebach 

Der Rahmedebach in Altena wird renaturiert.
+
Der Rahmedebach in Altena wird renaturiert.

Es steht ein Bagger am Bach und baggert nicht: Was wie ein Baustopp am Rahmedebach in Altena aussieht, hat in Wirklichkeit mit fehlenden Steinen zu tun.

Altena – Mit Wasserbausteinen mit einer Kantenlänge bis zu 1,50 Metern, um genau zu sein. In der Claas-Kurve in der Rahmede hat sich das Stadtbild verändert. Die ehemalige Firma Claas ist verschwunden, jetzt soll auf einer Länge von rund 300 Metern der Rahmedebach renaturiert werden.

„Eine Ersatzmaßnahme für die Verrohrung der Rahmede oberhalb durch die Firma Claas“, wie die Untere Naturschutzbehörde auf Anfrage erklärt. Als das Unternehmen in den Bereich Dünnebrett verlagert wurde, ging es auf dem neuen Werksgelände auch an den Bach. Für solche Eingriffe werden Ausgleichsmaßnahmen fällig, deren Kosten die Unternehmen in vollem Umfang selbst tragen müssen.

Firma Claas: „Altstandort in vernünftigem Zustand hinterlassen“

Für die gerade laufende Maßnahme wird ein Betrag im siebenstelligen Bereich ausgegeben, schätzt Claas-Geschäftsführer Holger Falz. Und darin sind noch nicht einmal Kosten für den Grunderwerb enthalten, weil das Gelände der Firma Claas bereits gehörte. „Wir nehmen diese Kosten hin, weil wir diesen Altstandort gerne in einem vernünftigen Zustand hinterlassen wollen“, sagte Falz.

Was dort genau passiert, hat ein Landschaftsplaner festgelegt, den die Firma Claas beauftragt hat. Wie geht das genau? Wird geplant, welcher Baum wohin kommt oder verändert man einfach nur die Gewässersohle und wartet ab, was passiert? Beim Blick auf die Baustelle fällt auf, dass der Rahmedebach in Höhe der ehemaligen Firma Claas noch nicht komplett freigelegt ist. Das liegt daran, dass die Maßnahme einigermaßen komplex ist.

Bachbett wird deutlich breiter

„Bei dieser Maßnahme kann der Abbruch der Kellerdecke oberhalb der verrohrten Rahmede nur Zug um Zug erfolgen, weil das Gelände sehr eng ist und die Wasserhaltung mittels provisorisch zu verlegenden Betonrohren erfolgen muss“, erklärt die Behörde dazu. Sichtbar ist aber schon jetzt, dass das Bachbett deutlich breiter wird als bisher – viel Platz also für die beiden invasiven Arten japanischer Knöterich und Riesenbärenklau, die sich gerne an Fluss- und Bachufern breit machen.

Die im Zaum zu halten, sei im unmittelbaren Uferbereich Sache der Stadt, weil sie für die Unterhaltung des Gewässers zuständig sei, teilt der Kreis auf Anfrage mit. Um die Flächen rechts und links des Ufers müssten sich die jeweiligen Grundstückseigentümer kümmern.

Hoffnung auf bessere Wasserqualität

Stellt sich die Frage, was das alles soll. Der Rahmedebach fließt durch ein Industrietal, er ist an vielen Stellen ver- und überbaut. Von Durchgängigkeit kann keine Rede sein. Die Naturschutzbehörde des Kreises zitiert in diesem Zusammenhang die Wasserrahmenrichtlinie der EU, deren Ziel es sei, „Gewässer in einen guten Zustand zu überführen und das Allgemeingut Wasser zu schützen“. Hierzu gehöre auch, nicht naturnah ausgebaute natürliche Gewässer wie den Rahmedebach so weit wie möglich wieder in einen naturnahen Zustand zurückzuführen.

„Auch die Renaturierung an der Rahmede, mag sie noch so klein sein, stellt einen Gewässerabschnitt wieder naturnah her und bietet viel Potenzial für Lebewesen und Pflanzen“, schreibt die Behörde. Im Kreishaus hofft man auch, dass durch die Renaturierung die Wasserqualität der Rahmede verbessert wird. Bisher ist die nämlich nicht die beste.

Zurück zu den Steinen, die noch für die Uferbereiche fehlen: Die müssen einzeln im Steinbruch separiert werden und stehen nicht nach jeder Sprengung zur Verfügung, da die Gesteinsgrößen abhängig von der genutzten Sprengstoffmenge sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare