Trotz Corona: Millionen-Investition in Stahlwerk im MK

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Schmiedepressen wie diese sind das Kernstück der künftigen Stahlbearbeitung im Stahlwerk.

Trotz Corona und wirtschaftlich angespannter Lage investiert ein Stahlwerk im MK Millionen in die Produktion. Aus gutem Grund.

Altena – Ein klares Bekenntnis zum Standort Altena und zum Stahlwerk am Ort sind Investitionen, die Peter Ossenberg angestoßen an. „Ein mittlerer, einstelliger Millionenbetrag“, so der Diplom-Ingenieur, fließt auf dem Evingser Firmengelände, gelegen am Abzweig nach Dahle, in eine neue Produktionshalle und in neue Maschinen. 

Die neue Halle bringt es auf rund 350 Quadratmeter und schließt sich in Richtung Dahle an die bestehenden Gebäude an. Hier werden neu angeschaffte Schmiedepressen arbeiten, die nach einem hydraulischen Prinzip betrieben werden. 

Stahlwerk Ossenberg in Altena: Mehr Genauigkeit, mehr Produktivität

Sie bieten eine „erhöhte Prozesssicherheit“, sagt Peter Ossenberg. Das sei wichtig, „denn wir haben Güter, die sehr penibel sind.“ Es geht um Millimeterarbeit, auch wenn es tonnenschweres Material ist. 

Die sogenannten Stichpläne, wie also mit einem bestimmten Schmiedestück verfahren werden muss, könnten in den Maschinen abgespeichert werden. Peter Ossenberg setzt im Zusammenhang mit den Investitionen auf eine Produktivitätssteigerung. 

Stahlwerk Ossenberg in Altena:  Aus Coronatief rausarbeiten

An die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze denkt er aber vorerst nicht. Immerhin sei man aber gerade dabei, sich aus dem Coronatief herauszuarbeiten. „Die letzten Wochen waren gut“, sagt Peter Ossenberg. 

150 Sorten Stahl umfasst allein die eigene Produktionspalette. „Tatsächlich arbeiten wir aber mit allem, was man schmieden kann“, so der Inhaber. Das sind rund 700 Sorten Metall, darunter auch Kupfer und Titan. 

Neubau: In dieser rund 350 Quadratmeter großen Halle haben die neuen Schmiedepressen ihren Platz gefunden.

Das Unternehmen beschreibt sich nicht ohne Stolz als das „kleinste integrierte Stahlwerk Deutschlands.“ Peter Ossenberg: „Von der Schmelze über die Schmiede bis zur Wärmebehandlung sind wir autark.“ 

Stahlwerk Ossenberg in Altena: 100.000 Euro Energiekosten

Ossenberg & Cie fertigt etwa 1000 Tonnen in einem Jahr. Dass so ein Stahlwerk einiges an Energie benötigt, liegt auf der Hand, lässt sich aber auch an den monatlichen Kosten dafür ablesen: Sie liegen bei 100 000 Euro. 

Um hohe Zahlen geht es dann auch in der Produktion. Wenn der Stahl geschmolzen wird, erreicht er im Ofen eine Temperatur von 1500 bis 1600 Grad, wenn er geschmiedet wird, stehen immer noch um die 900 Grad zu Buche. 

Stahlwerk Ossenberg in Altena:  Gefährliche Arbeit

Der Schmelzofen fasst rund zwei Tonnen Material. Dreimal täglich steht ein Guss an. Die Arbeit ist nicht ungefährlich und bringt eine Menge Verantwortung mit sich. Gewaltig sind also die Zahlen, die die Arbeit im Stahlwerk beschreiben. 

Und auch die Hämmer in der Schmiede stehen dem nicht nach: Der schwerste „Bär“, so wird der Hammerkopf genannt, wiegt schlanke drei Tonnen und lässt den Boden erzittern, wenn er auf den glühenden Stahlblock trifft. 

Stahlwerk Ossenberg in Altena: 25 Mitarbeiter im Werkzeugbau

Aber schon beim kleineren Bruder mit 1,6 Tonnen rummst es ganz gewaltig. Ohne Ohrstöpsel geht da nichts. Mit der Anschaffung der neuen Schmiedepressen wird aber nun das Ende der klassischen Hammerbearbeitung eingeläutet. 

Das zweite Standbein des angestammten Unternehmens ist der Werkzeugbau. Hier sind 25 von 80 Mitarbeitern beschäftigt. Auch für diesen Firmenteil hat man tief in die Tasche gegriffen und eine teure Drehfräsmaschine angeschafft, eine zweite soll folgen. 

Hier können zwei ursprünglich getrennte Arbeitsgänge, nämlich Drehen und Fräsen, in einem Schritt erledigt werden.

Richtig gebrummt hat das Geschäft eines großen Spielzeugherstellers in Corona-Zeiten.

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