Für 2,2 Millionen Euro neue Lampen für Altena

ALTENA - Altena ist arm. So arm, dass möglichst noch in diesem Jahr 2,2 Mio. Euro ausgegeben werden sollen, um flächendeckend neue Straßenlampen zu installieren. Dass sich das lohnt, rechnete Sebastian Jülich vom Bauamt den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses vor.

Gut 400 000 Euro pro Jahr gibt die Stadt im Moment für die Straßenbelechtung aus. Das sind 181 Euro pro Quadratmeter zu beleuchtender Fläche – ein viel zu hoher Wert, meint die Gemeidneprüfungsanstalt, die sich bei einer Prüfung vor zwei Jahren dieses Themas annahm. Sie hält 50 Euro für ausreichend.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten exakt 2326 Quecksilberdampflampen ausgetauscht werden, hat die Verwalung akribisch ermittelt. Sie brauchen besonders viel Strom und sind außerdem wartungsintensiv. Auch an den Hauptstraßen stehende Peitschenlampen mit Leuchtstoffröhren sollten erneuert werden, rät Jülich.

Gemeinsam mit Stadtkämmerer Stefan Kemper hat Jülich überlegt, ob und wie eine solche Investition gestemmt werden könnte. Dabei nahmen die beiden auch externen Rat in Anspruch – zum Beispiel von der Energieagentur NRW oder der Stadt Herten, deren Straßen bereits mit Energiesparlampen ausgeleuchtet werden. Auch bei der NRW-Bank wurden sie vorstellig – schließlich muss das Geld für die Erneuerung irgendwo herkommen.

Ergebnis der Recherche: Die Sache lohnt sich selbst dann, wenn sie komplett auf Pump finanziert werden muss. Das klingt auf den ersten Blick abenteuerlich, wurde aber inzwischen von den Kommunalaufsichten sowohl des Kreises als auch Bezirksregierung überprüft und als richtig erachtet. Beide haben deshalb signalisiert, dass sie ihr Okay geben werden.

Die Verwaltung schlägt vor, die Energiefresser durch LED-Lampen zu ersetzen. Zwar könnten auch Natriumdampflampen verwendet werden, für die gibt es aber keinen Zuschuss. Nur an der Umrüstung auf LED beteiligt sich das Bundesumweltministerium mit 25 Prozent. Das ist der eine Teil der Finanzierung. Der andere: Extrem günstige Kredite, die die KfW für solche Zwecke zur Verfügung stellt – nur 1,5 Prozent Zinsen müsste die Stadt bezahlen.

LED-Lampen haben einige Merkmale, die ebenfalls Geld sparen. Sie können so ausgestattet werden, dass die Helligkeit in verkehrsschwachen Nachtstunden reduziert und dadurch noch mehr Strom gespart werden kann. Außerdem wird ihnen eine besonders lange Lebenszeit nachgesagt – Praxiserfahrungen lägen zwar noch nicht vor, die Hersteller gäben aber entsprechende Garantien, erklärte Jülich den Politikern. Er geht davon aus, dass die Stadt ihre Straßen trotz der Finanzierungskosten zukünftig für die Hälfte des bisherigen Betrages beleuchten kann. Allerdings trägt dazu auch ein Kunstgriff bei: Bisher werden die Straßenlampen 20 Jahr lang abgeschrieben, zukünftig sollen es 30 Jahre sein – das sei möglich, weil es der zu erwartenden Lebensdauer der neuen Lampen entspreche, sagte Kemper und berichtete auch von einem Sondereffekt: Weil die alten Lampen nach der Demontage nichts mehr wert ist, wird der Etat durch eine recht hohe, aber einmalige Sonderabschreibung belastet.

Der Ausschuss stimmte den ehrgeizigen Plänen zu. Ihr Umsetzung hängt jetzt davon ab, ob der (bereits gestellte) Zuschussantrag bewilligt wird. Vom Bürgermeister gab’s ein dickes Lob für die „aktibische Arbeit“ von Jülich und Kemper: „Die haben wirklich geackert“.

von Thomas Bender

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