Authentisch und ungefiltert

Dirk Vogel. Das Projekt „Erzähle Deine Geschichte!“ sucht Menschen aus Südwestfalen, die ihre Migrationsgeschichte in Worten und Bildern erzählen möchten.
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Dirk Vogel. Das Projekt „Erzähle Deine Geschichte!“ sucht Menschen aus Südwestfalen, die ihre Migrationsgeschichte in Worten und Bildern erzählen möchten.

Menschen authentisch und ungefiltert in Szene zu setzen, sie in ihrer Natürlichkeit zu zeigen, das ist das Credo von Dirk Vogel. Der studierte Diplom-Fotodesigner aus Altena, der auch leidenschaftlich gerne Landschaften und Architektur fotografiert, ist in diesem Sommer an einem spannenden Projekt beteiligt, in dem der Mensch und seine Geschichte im Mittelpunkt steht. Authentisch und ungefiltert – wie gemacht für den auf Rosmart lebenden Dirk Vogel.

Altena – „Erzähle Deine Geschichte! Interkulturelle Biografien“ heißt dieses Projekt, für das Menschen gesucht werden, „die ihre Migrationsgeschichte in Worten und Bildern erzählen möchten. Dazu werden in Form von Workshops unter Anleitung der Autorin Dr. Barbara Peveling und dem Fotografen Dirk Vogel persönliche Lebensgeschichten in Text und Bild erarbeitet“, heißt es in der Ankündigung. Ideengeber und Initiatorin dieses Projekts ist die in Siegen geborene, in Olpe aufgewachsene und mittlerweile in Frankreich lebende promovierte Ethnologin Dr. Barbara Peveling, die 2020 Regionsschreiberin für die Kulturregion Südwestfalen im Rahmen des NRW-Literaturprojektes „Stadt.Land.Text NRW“ war.

Dirk Vogel, der für die Kulturregion Südwestfalen unter anderem Kulturschaffende für die Kampagne „Kultur ist unser Ding“ fotografisch in Szene setzt und die Kampagne begleitet, kennt und schätzt die Autorin, die er auch schon mit der Kamera portraitiert hat. Nun beim Projekt „Erzähle Deine Geschichte!“ mitzuwirken, darauf freut sich der 51-jährige Fotograf aus der Burgstadt sehr, „weil das Projekt genau in dem Rahmen ist, in dem ich mich fotografisch und künstlerisch bewege.“

In dem Projekt geht es insbesondere darum, „den Menschen, die maßgeblich zu dem wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beigetragen haben, und auch den Menschen, die sich im Rahmen der Flüchtlingskrise 2015 um ihre Integration erfolgreich bemüht haben, ein Denkmal zu setzen und Beispiele für die persönliche Vielfalt unserer Region zu geben“, heißt es in der Mitteilung. Die eigene Geschichte werde in den Mittelpunkt gestellt.

Workshops

Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos, nach den Sommerferien sollen an verschiedenen Wochenenden Schreibworkhops und Fotowerkstatt stattfinden. „In Präsenz wäre mir am liebsten“, hofft Vogel auf weiter sinkende Inzidenzen und eine Entspannung der Pandemielage. Sollten Schreibworkshop und Fotowerkstatt nach den Sommerferien nicht in Präsenzform möglich sein, dann würden sie in digitaler Form stattfinden.

Besondere persönliche Voraussetzungen, Vorkenntnisse oder etwa eine eigene Fotoausrüstung sind nach Veranstalter-Angaben nicht erforderlich, jede und jeder sei willkommen. Gut möglich also, dass Dirk Vogel in der Fotowerkstatt sowohl Teilnehmer mit langjähriger Erfahrung in der Fotografie, aber auch „Leute, die nur mit dem Smartphone fotografieren“, begrüßen kann. Der Altenaer möchte in der Fotowerkstatt unter anderem zeigen, wie man mit Fotos eine Geschichte erzählen und ausdrücken kann – von sich selbst, der Heimat, dem persönlichen Umfeld. Was unterscheidet ein Selfie von einem Selbstporträt? Wie möchte ich mich darstellen? Auch das soll beleuchtet werden – und natürlich sollen letztlich Fotos von den Teilnehmern entstehen.

Bewusst machen

Dirk Vogel hofft darauf, dass das Projekt auf großes Interesse stößt. Auf die Frage, warum man bei „Erzähle Deine Geschichte!“ mitmachen sollte, sagt der 51-Jährige: „Weil man sich seiner eigenen Geschichte und Persönlichkeit bewusst machen sollte.“ Es wäre aus seiner Sicht klasse, wenn von der ersten Gastarbeitergeneration bis hin zu den Menschen, die während der sogenannten europäischen Flüchtlingskrise 2015 nach Deutschland gekommen waren, bei dem Projekt dabei wären. „Ziel ist es, ein möglichst buntes Bild an Biografien zu zeigen“, sagt Dirk Vogel. In Wort und Bild.

Aus den entstandenen Bildern und Texten, so heißt es, entstehe später „ein Blog über Herkunft und Heimat, der anschließend im Internet auf der Seite der Kulturregion Südwestfalen veröffentlicht wird.“ Dirk Vogel hat sich im Rahmen des Projekts vorgenommen, „mindestens 15 Leute in Schwarz-Weiß zu fotografieren“ – und zwar analog mit einer 6x6 Hasselblad.

Träger des Projekts sind der Verein „Willkommen in Olpe“ und die Initiative „Jüdisch in Attendorn“. Das Projekt wird gefördert über die Regionale Kulturpolitik des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, den Kreis Olpe, das Kommunale Integrationszentrum und die Stadt Attendorn.

Infoabend

Näheres ist am Mittwoch, 2. Juni, ab 18 Uhr im Rahmen eines Infoabends online per Zoom zu erfahren. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich informieren und anmelden bei Pune Yahyaei, Kommunales Integrationszentrum des Kreises Olpe, Telefon: 0 27 61/8 15 67, E-Mail: p.yahyaei@kreis-olpe.de).

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