Mietvertrag ist unterschrieben / Zuerst einmal wird umgebaut

Polizei zieht in den Bahnhof um

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Die Pläne für die neue Polizeiwache präsentierten gestern Friedrich Wilhelm Kraus (links) und Andreas Opitz.

Altena – Sechs Jahre lang hat die Polizei gesucht und vier Jahre lang mit Friedrich-Wilhelm Kraus und Andreas Opitz als Eigentümer des Bahnhofs verhandelt. Jetzt endlich ist es amtlich: Die Polizeiwache zieht im Frühjahr 2022 in den Bahnhof um. Sie wird dort zwischen Döner-Haus und Provinzialversicherung jene Räume nutzen, in denen einst die Bahnhofsbuchhandlung und ein Fitnessstudio angesiedelt waren und die seit vielen Jahren leer stehen.

 Auf zwei Etagen stehen ihr dort rund 500 Quadratmeter zur Verfügung. Kraus und Opitz sind in Sachen Immobilien alte Hasen. Trotzdem bezeichnen sie dieses Projekt als „ein echtes Abenteuer, das uns manche schlaflose Nacht bereitet hat“, wie Kraus es formuliert. Die beiden vermieten nämlich nicht ein paar Räume, sondern eine fix und fertige Polizeiwache – und die muss erst noch gebaut werden. „Polizeispezifisch“ habe der Umbau zu erfolgen, schildern die beiden. „Das sind keine Seiten, das sind Bücher“ sagt Kraus zu den Auflagen, die sie jetzt erfüllen müssen und die ihnen einiges Kopfzerbrechen bereiten. Und Zeit kosen sie auch: Der Umzug ist deshalb erst für das erste Halbjahr 2022 vorgesehen. Verhandlungspartner der Bahnhofsbesitzer war die Kreispolizeibehörde, die sich ihrerseits mit dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste rückkoppeln musste. Dort achtet man vor allem auf Sicherheit: Nicht nur die Fensterscheiben, sondern auch die Rahmen müssen durchschusssicher sein, auch eine Sicherheitsschleuse ist einzubauen. Beim Umbau der Räume werde man mit einem auswärtigen Unternehmen zusammenarbeiten, das bereits mehrere Polizeiwachen gebaut habe, verriet Opitz. Bevor es mit den Bauarbeiten losgehen kann, muss erst noch ein Brandschutzkonzept her. Und dann ist da ja auch noch der Denkmalschutz – das im Kern 170 Jahre alte Gebäude steht unter Schutz, die Umbauten mussten mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Einmal mehr loben die beiden Investoren in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die auch noch in anderer Weise behilflich war: Sie verkaufte den beiden eine ehemalige, zwischen Bahnhof und Aral-Tankstelle gelegene Werkstatt. Die wird abgerissen, damit es auch dann genug Parkplätze gibt, wenn der Bahnhof nach dem Einzug der Wache „bis auf den letzten Quadratmeter belegt ist“, wie Opitz sagt. Seit den 1970-er Jahren ist die Polizeiwache im Stapelcenter untergebracht. Unter anderem wegen des Abzugs der Kripobeamten und der Aufgabe des Gewahrsams (Arrestzellen gibt es nur noch in größeren Wachen) sei diese Fläche inzwischen viel zu groß für die rund 30 Polizeibeamten, die derzeit noch in Altena tätig seien, erklärte gestern Christof Hüls aus der Pressestelle der Kreispolizeibehörde. Hinzu kämen ein erheblicher Modernisierungsstau und die Tatsache, dass die Wache wegen des Zugangs über eine lange Treppe nicht barrierefrei sei. Am Bahnhof sei auch die verkehrliche Anbindung besser, sagte Hüls. Ab dort habe die Polizei freie Fahrt in alle Richtungen, auch bei Hochwasser. Das sei vom Stapelcenter aus nicht der Fall.

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