Michaela Lieder geigt an der Deutschen Philharmonie

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Mit viel Hingabe: Angela Lohmann und ihre Schülerin Michaela Lieder, die jetzt an der Deutschen Streicherphilharmonie in berlin aufgenommen worden ist.

ALTENA - Musik ist ihre große Leidenschaft und wenn es nach ihrer Musiklehrerin Angela Lohmann geht, dann ist der Weg von Michaela Lieder bereits vorgezeichnet: Abitur, künstlerische Ausbildung an einer renommierten Hochschule und dann eine Karriere in einem Kammer- oder einem Orchesterensemble.

Immerhin: Einen großen Schritt hat die 15-jährige Altenaerin bereits geschafft. In Berlin ist sie an der Deutschen Streicherphilharmonie aufgenommen worden.

Die Streicherphilharmonie ist das Aushängeschild des Verbandes deutscher Musikschulen. „Ein Eliteorchester“, wie Angela Lohmann betont. Nur zwei ihrer Musikschüler haben die Aufnahme bisher geschafft, Michaela Lieder ist nun die dritte. Die Schülerin der Musikschule Lennetal hat jetzt die Chance, mit jungen Talenten – alle nicht älter als 18 Jahre – aus der gesamten Bundesrepublik zu musizieren. „Die Musiker kommen von guten Musikschulen aus Hamburg, München, Stuttgart – und jetzt auch aus Werdohl“, ist Musiklehrerin Angela Lohmann stolz auf den Erfolg.

Für die Aufnahme im Orchester gibt es ein einfaches Prinzip: Die Musiker dürfen keine Profis sein, dafür aber außerordentlich begabt. Beides trifft auf Michaela Lieder zu. Ihre ersten musikalischen Schritte machte Michaela Lieder als Erstklässlerin mit der Blockflöte. Schnell wechselte sie 2003 vom Blas- zum Streichinstrument. Kurz darauf kam noch Klavierunterricht hinzu. Bei Angela Lohmann nimmt Michaela Lieder seit drei Jahren Geigenunterricht, Anfang März meldete die Musikpädagogin der Musikschule Lennetal sie schließlich zur Aufnahmeprüfung in Berlin an. Viel Zeit zum Vorbereiten der verschiedenen Stücke blieb nicht, „doch ein Schüler auf diesem Niveau hat immer etwas vorbereitet“, macht die Musiklehrerin deutlich, welch hohe Erwartung auch sie an ihre begabte Schülerin stellt.

Zu den Stücken, die zur Auswahl kamen, zählten neben einer Tonleiter und einem romantischen Violinenkonzert des deutschen Komponisten Max Bruch auch eine Etude – eine Caprice von Nicola Paganini.

Am 18. März trat Michaela Lieder in der Berliner Musikschule an. Mit dabei waren ihre Eltern und eine Bekannte, die sie auf dem Klavier begleitete. Angela Lohmann drückte aufgrund einer Erkrankung zu Hause die Daumen.

15 Minuten dauerte der Vortrag der Altenaer Gymnasiastin. Sie zeigte der zweiköpfigen Jury, beides Stimmführer des Orchesters, verschiedene Stricharten und wurde dabei oft unterbrochen. „So wurde getestet, wie schnell ich mich umstellen kann“, erinnert sich Michaela Lieder. Die beiden weiteren Stücke spielte die 15-Jährige jeweils nur an und die Jury entschied spontan: Michaela Lieder ist in dem 70-köpfigen Orchester aufgenommen. Normalerweise erreichen die Antworten die Musikschüler erst nach Beratungen per Post.

Die Schülerin, die vom Förderverein der Musikschule auch für ein Stipendium ausgewählt wurde, erwarten jetzt Probephasen, denen sich Konzerte in verschiedenen Städten anschließen. Die erste Probewoche startet in den Osterferien in Köln. In den Sommerferien geht es dann nach Prag. Von der Schule, Michaela Lieder besucht den 10. Jahrgang des Burggymnasiums, wird die junge Musikerin frei gestellt, sollte eine Probewoche einmal außerhalb der Ferien liegen.

Das Üben wird demnächst für die Musikschülerin sicher noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, ein bis zwei Stunden täglich übt sie bereits jetzt. „Vererbt“ wurde ihr musikalisches Talent nicht – „mein Vater singt höchstens im Chor“, erzählt die 15-Jährige. Ob sie musikalische Vorbilder hat? Die junge Geigerin schüttelt den Kopf, bei Teufelsgeiger David Garrett winkt sie ab. „Nicht meine Richtung“, sagt sie entschieden und ihre Lehrerin Angela Lohmann ist überzeugt: „Sie wird ihre eigene Persönlichkeit entwickeln.“

Von Simone Benninghaus

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