Horst Höfer: Ein Leben für die Wurst

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Den Goldenen Meisterbrief präsentiert Horst Höfer.

Altena - Horst Höfer wollte schon als kleiner Junge Metzger werden. Mit 21 Jahren legte der Dahler als Jüngster im Regierungsbezirk die Meisterprüfung ab. Das ist 50 Jahre her. Nun erhielt er den Goldenen Meisterbrief – und macht noch immer ganz spezielle Wurst. 

Es ist schon weit über 60 Jahre her, als der kleine Horst Höfer über die Hauptstraße in Dahle lief. Der Weg zum Kindergarten und später zur Schule war für ihn immer ein besonderer. Denn auf dem Weg lag die Metzgerei Steuber. Das große Geschäft, das dort war, wo sich heute Elektro Roder befindet, übte auf den kleinen Jungen eine besondere Anziehungskraft aus. „Manchmal durfte ich beim Wurstmachen zugucken. Das war immer toll“, erinnert sich Höfer. 

Und so stand für den Dahler schon früh fest, dass er später einmal Metzger werden will. „Ich habe noch Zeichnungen aus der Grundschule. Schon damals habe ich mich als Metzger gemalt“, erzählt der Dahler. Höfer ging seinen Weg – ehrgeizig und mit jeder Menge Liebe zum Handwerk. „Ich durfte meine Ausbildung bei Steuber machen. Das war etwas ganz Besonderes“, erzählt Höfer. 

Lehre im Vorzeige-Betrieb

Die Metzgerei in Dahle zählte zu den Vorzeigebetrieben im Märkischen Kreis. „Wir waren sogar mit der Berufsschule dort und haben uns angeschaut, wie in Dahle geschlachtet und Wurst hergestellt wurde. Ich war richtig stolz, dass das mein Betrieb war.“ 

Sein Ausbilder Reinhard Steuber gab Höfer vor allem eines mit auf den Weg: „Wenn du etwas machst, dann mach’ es richtig oder lass es ganz.“ Ein Leitsatz, der Höfers Leben bis heute prägt. Nach der Ausbildung wechselte Höfer zur Metzgerei Schmale in Altena und von dort aus weiter zu Ritter in der Nette. 

Später ging es zurück zu Steuber „Ich wollte einfach viel kennenlernen. Jeder Betrieb hatte seine eigene Philosophie, seine eigenen Rezepte.“ Als Horst Höfer von der Bundeswehr eingezogen wurde, begann er in Hemer seinen Dienst in der Küche. „Ich hatte dort einen Kollegen, der ging abends zur Meisterschule. Er berichtete davon und ich bat ihn, mir eine Anmeldung mitzubringen“, erinnert sich Höfer. 

Prüfung droht zu scheitern

Gesagt, getan. Doch es gab ein Problem: „Als ich in der Meisterprüfung saß, wurde ich nach vorne gerufen. Ich dürfe die Prüfung gar nicht machen, da ich noch keine fünf Gesellenjahre absolviert hatte.“ Doch der Lehrer war gnädig und ließ Höfer trotzdem teilnehmen. Er bestand. 

Damit wurde der Dahler mit 21 Jahren der jüngste Metzgermeister im Regierungsbezirk. Es folgten Anstellungen als Filialleiter in Vivo-Märkten und später die Selbstständigkeit in Evingsen. „Unseren Laden an der Ihmerter Straße haben wir dicht gemacht, als die Großmärkte kamen“, sagt Höfer. 

Spezial-Wurst made by Höfer

Das Wurstmachen hat er jedoch nicht dran gegeben. Heute fährt er mit seiner Frau über die Märkte und verkauft seine Wurst unter anderem auf Veranstaltungen. Seine Spezialitäten: Omas Sülze, Wildbrat- sowie -leberwurst. „Qualität ist mir wichtig. In meiner Wurst finden sich keine chemischen Zusätze. Und sie ist handwerklich einfach gut gemacht“, erzählt Höfer. Doch diese Qualität hat ihren Preis. „Ich kann auch eine Wurst für 49 Cent herstellen, aber dafür habe ich keinen Meisterbrief gemacht. Da mache ich nicht mit.“ 

Höfer ist Metzger aus Überzeugung. Nun bekam er seinen Goldenen Meisterbrief. „Schade, dass es kaum noch Nachwuchs in diesem Beruf gibt“, bedauert er. „Irgendwann gibt es nur noch Industrieware."

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