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Mehr als tausend Altenaer stürmen den Stollen

ALTENA - Die weißen Schutzhelme wurden nicht kalt. Sie gingen buchstäblich von Hand-zu-Hand oder Kopf-zu-Kopf. Stunde um Stunde führten am Sonntag Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Stadtplaner Roland Balkenhol ab dem Vormittag unter der Mitwirkung von Bürgermeister-Referentin Gundula Schulze „wohl mehr als tausend Gäste“ durch den Burgaufzugsstollen.

Einhelliges Fazit der „Neugierigen“: Es habe sich gelohnt, sich einmal selbst ein Bild vom Stand der Arbeitenzu machen. „Ist einfach toll, was hier passiert“, sagte etwa Rainer Merz. Er hatte seine bisherigen Informationen natürlich aus unserer Zeitung und dem ein oder anderen „Pröhlken“ am Bauzaun bezogen.

Humorvoll und mit viel Witz garnierte der Bürgermeister die Baustellenführungen. Und wenn er dabei zum Beispiel einem Teenager mal ein Probebohrstück Grauwacke in die Hand drückte und fragte: „Na, ist das schwer?“, kam meist ein „Jaaaa“ oder „Ohhhh ja...“. Das sagten alle, merkte Hollstein an und hatte die Gewichtprobe auch deshalb gemacht, weil Kritiker immer wieder gesagt hätten, die Burg stürzt ein, der Fels hält doch die ganze Tunnelei nicht aus. Hollstein kündigte an, bereits zum Jahreswechsel von der ausgebaggerten Grauwacke „Scheibchen“ zu verkaufen. „Dann haben sie ein echtes Kleinod aus Altena und ein super Geschenk“, witzelte das Stadtoberhaupt.

Dezidiert und sehr deutlich machte aber auch Roland Balkenhol klar, was bisher „im Berg“ passiert ist und was noch ansteht. Überrascht waren die Baustellen-Gäste immer wieder von den Ausmaßen des gebohrten und gesprengten Tunnels. Und begierig hörten sie auch, wie bald Wiland der Schmied, ein visueller Zwerg und natürlich Ritter und der Burgherr selbst den bis jetzt einzigen Unterhaltungsaufzug der Welt bespaßen werden.

Fast ging der ein oder andere einen Schritt zurück, alsHollstein, Balkenhol oder Schulze erläuterten, dass auch visuelle Wasserflächen angelegt werden sollen, die der Wirklichkeit so täuschend echt nachempfunden seien, dass man nicht nur Fische sähe, sondern auch geneigt sei, sie zu fangen, was aber natürlich misslingen würde.

Immer wieder ging das gestrige Tunnel-Trio auch auf die bauausführenden Unternehmen und ihre Teams vor Ort ein. Alle am Bau Beteiligten seien „stets höflich, freundlich und gehen auf die Altenaer zu“, lobten sie. Wer den Burgaufzugsstollen nach Fertigstellung besucht, erhält als ausländischer Besucher nachlesbare Erklärungen in englischer und niederländischer Sprache. „Übrigens: Der Tunnel gehört allen 18 000 Altenaern“, gab Hollstein den Gästen mit auf den Nachhauseweg. Und damit es denen nicht langweilig wird, ist natürlich daran gedacht, die Unterhaltungselemente nach einiger Zeit auszutauschen, damit es bei Anschlussbesuchen wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Wer die Führungen am Sonntag verpasst hat, hat beim Mittelalterfest noch einmal eine Chance. Dann gibt es eine Wiederholung.

von Johannes Bonnekoh und Silvia Sauser

Rubriklistenbild: © Bonnekoh

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