Durch Homeoffice und Homeschooling deutlich mehr Müll

Mehr Papiermüll, mehr Altglas

Container quillen über - das ärgert viele Menschen.
+
Container quillen über - das ärgert viele Menschen.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne, so sagt man. Oder anders: Wo Menschen leben und arbeiten, da entsteht Müll. Durch Homeoffice und Homeschooling passiert das zu Hause derzeit deutlich mehr. Der Müll türmt sich.

Altena – Wie Jan Friggert, Sprecher des Entsorgungsunternehmens Lobbe, berichtet, gibt es vor allem im Altpapierbereich Veränderungen. „Das Altpapiervolumen steigt“, sagt Friggert. Als Grund dafür vermutet er, dass viele Leute aus Angst vor sozialen Kontakten im Internet einkaufen. Um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, lassen sie sich Dinge des alltäglichen Bedarfs in Kartons nach Hause liefern. Diese Kartons sind zwar nicht sehr schwer, brauchen in der Mülltonne aber später viel Platz. „Das Volumen verändert sich, weil Versandkartons relativ sperrig sind. Das Gewicht des Altpapiers ist ungefähr gleich geblieben“, erläutert Friggert.

Viele Versandkartons

Verändert hat sich in den letzten Monaten also vorrangig die Art der entsorgten Produkte. Zur Veranschaulichung: Ein Telefonbuch wiegt mehr als die meisten Versandkartons, ist dabei aber in der Regel deutlich kleiner. Dennoch nimmt der Karton mehr Platz weg, beansprucht also mehr Volumen. Nach diesem Prinzip verändert sich die Situation in der Papiertonne.

Die Depotcontainer für Altpapier in Altena leert Lobbe auch in Pandemiezeiten weiter regelmäßig und nach Bedarf. Aus Erfahrung kenne man neuralgische Stellen, die öfter angefahren werden müssen, sagt Friggert. Im Stadtkern entstehe tendenziell beispielsweise mehr Müll als in den Randbezirken.

Leerung ist dienstags

Teilweise sei die Situation derzeit aber auch schwer berechenbar: „Wenn jemand sich kurz nach einer Leerung entschließt, einen Anhänger voll Altpapier zu entsorgen, das er vorher zu Hause gehortet hat, ist der Container natürlich schnell wieder voll“, sagt Friggert. Nur so kann er sich auch erklären, dass einige der Altpapierdepots in Altena am Donnerstag ziemlich voll waren. Friggert versicherte: Die Container würden dienstags – also so wie üblich – entleert. Einen Grund, sich Sorgen zu machen, gebe es nicht „Es ist auch keins der Fahrzeuge ausgefallen“, so der Unternehmenssprecher. Mit der nächsten Leerung sollte das Problem demnach erledigt sein. Veränderungen beim Abfallaufkommen stellt Lobbe nicht nur im Altpapierbereich fest. „Deutlich gestiegen ist in den letzten sechs bis neun Monaten auch die Menge an Altglas“, berichtet Friggert. Er schätzt, dass der Gewichtszuwachs bei ungefähr 15 Prozent liegt. „Die Kneipen sind zu, deshalb trinken die Leute mehr Wein zu Hause.“ Die Flaschen aus Privathaushalten landen in den Containern von Lobbe. Auf diese Weise verändere sich die Verteilung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare