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Mehr Kinder als Kita-Plätze: Widersprüchliche Angaben sorgen für Verwirrung

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Von: Thomas Bender

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Kindergarten Betreuungsplatz Mangel Neubau Pläne
Ab August werden in Altena 410 Kinder betreut – 14 mehr, als Plätze zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren soll sich die Situation weiter verschärfen. (Symbolfoto) © Monika Skolimowska/dpa

„Das eine sind Köpfe und das andere Planstellen“ – mit dieser Erkenntnis sorgte Dirk Reckschmidt jetzt im Jugendhilfeausschuss für Klarheit.

Altena – Der Richter ist beratendes Mitglied des Jugendhilfeausschusses, der über Kindergartenplätze sprach. Die Verwaltung sorgte dabei mit widersprüchlichen Angaben über die Zahl der vorhandenen Plätze für einige Verwirrung.

Es werden nämlich im Jugendamt von zwei Mitarbeiterinnen zwei Statistiken über die Zahl der in Altena vorhandenen Plätze geführt. Zunächst präsentierte Amtsleiterin Agnes Goniwiecha die Kindergartenbedarfsplanung für 2022. Danach gibt es in Altenas Kindergärten im kommenden Kindergartenjahr 396 Plätze für Drei- bis Fünfjährige und 81 Plätze für Kinder unter drei Jahren.

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Das waren also, um bei Reckschmidt zu bleiben, die Planstellen. Es folgten die Köpfe. Die Zahlen dazu präsentierte Anke Nawenberg. Sie griff dabei auf die konkreten Anmeldezahlen aller Altenaer Kindergärten zurück. Danach werden dort ab August genau 410 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren betreut – also 14 mehr, als Plätze zur Verfügung stehen. Das ist möglich, weil Überbelegungen zulässig sind – eine Möglichkeit, von der einige Träger wie zum Beispiel die Johanniter in ihrer Zwergenburg auch Gebrauch machen. Im U3-Bereich werden in den Kindertagesstätten 76 Kinder betreut. Hinzu kommen rund 70, um die sich Tagesmütter kümmern.

Die Zahl der Kindergartenkinder steigt damit im Vergleich zum Vorjahr um etwa 20 an. Dass das gut geht, liegt vor allem an der Erweiterung von zwei Kindergärten. Sowohl in der Zwergenburg als auch im Kindergarten am Drescheider Berg wird umgebaut, beide bekommen eine Gruppe mehr.

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Zur Kindergartenbedarfsplanung von Agnes Goniwiecha gehört auch der Blick in die Zukunft – und der sieht für die nächsten Jahre einigermaßen beunruhigend aus. Im Kindergartenjahr 2023/24 fehlen danach knapp 22 Plätze, ein Jahr später sogar fast 25 Plätze – Kinder, die aus der Ukraine nach Altena kommen, sind darin noch nicht einmal enthalten. Ulrich Biroths Frage an die Verwaltung, wie es weitergehen soll mit den Kindergartenplätzen, blieb unbeantwortet.

Neben den Kindern, die die Kitas besuchen, gibt es noch etwa 65, die von Tagesmüttern betreut werden. Schon 2021 hatte sich der Jugendhilfeausschuss dafür ausgesprochen, deren Vergütung an die des Märkischen Kreises anzupassen. Dazu sollte ein Arbeitskreis gegründet werden, der allerdings bis heute nicht getagt hat. Das monierten vor allem Ulrich Biroth (SDA) und Judith Köster von den Grünen. Auch ein zweiter Arbeitskreis, der eine Umfrage unter Kinder und Jugendlichen begleiten soll, existiert bisher nur auf dem Papier.

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