Am Leben teilnehmen

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Trude Herling, Marie Luise Petig, Christa Haferberger und Vera Winner (v.l.) sprachen über ihre Wünsche für Senioren in der geplanten Begegnungsstätte. ▪

ALTENA ▪ Einen Treffpunkt für einsame ältere Menschen wünscht sich Trude Herling (83). Zusammen mit Vera Winner, Christa Haferberger und Marie Luise Petig diskutierte sie angeregt über die Möglichkeiten einer Seniorenbegegnungsstätte im alten Pfarrhaus an der Lutherkirche (AK berichtete). Mehr als 40 Gäste konnten die Initiatoren am Mittwochabend dort begrüßen. „Das soll kein Haus für, sondern mit alten Menschen werden“, betonte Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier.

Neben der evangelischen Kirchengemeinde wollen sich im alten Pfarrhaus die Diakonie und das Perthes-Werk zu einem „evangelischen Dreieck“ für Senioren zusammenschließen. Zu dem Ideenaustausch in gemütlicher Atmosphäre kamen neben Pfarrer Kehlbreier auch Regina Mehring (Diakonie Mark-Ruhr), Christa Kisser (Ellen-Scheuner-Haus) und Diakonie-Pfarrer Martin Wehn.

Der Diakonie-Pfarrer bescheinigte den Kooperationspartnern, dass sie einen Weg aus der Talsohle „Restrukturierungsprozess“ angingen. „Ich wünsche mir, dass es funktioniert“, so Wehn.

Regina Mehring verwies in ihrer kurzen Begrüßungsrede auf die Anwesenheit von Ruth Brockhaus. „Die gute Seele“ der Diakonie bleibt den Altenaern im alten Pfarrhaus erhalten und steht einmal pro Woche für die Beratung bei Pflegefragen zur Verfügung. Auch die Demenzgruppe, betreut von vielen ehrenamtlichen Helfern, wird im Pfarrhaus eine Heimat finden. „Das ist schonmal eine Säule für diese Begegnungsstätte“, erklärte Mehring. Genau dies betonte auch Christa Kisser vom Ellen-Scheuner-Haus. „Wir wollen hier mit allen Sinnen arbeiten – also backen, kochen, singen und sich bewegen“, so Kisser. „Ich freue mich einfach darauf.“

Dann standen aber die Wünsche und Hilfen der Gäste im Fokus. In kleinen Gruppen wurde rege über die Möglichkeiten des Hauses diskutiert. Drei notwendige Dinge gab Dr. Dietmar Kehlbreier den Anwesenden vor der Diskussion mit auf den Weg: „1. Sie haben Zeit – für Gruppen oder Projekte. 2. Wir brauchen ihr Wissen – als Multiplikatoren. 3. Wir brauchen Geld – denn es muss zum Beispiel das Bad behindertengerecht umgebaut werden.“

Die Gruppe um Trude Herling nahm die Fäden auf. „Ich möchte mich hier zum Bingo- oder Rommé-Spielen treffen“, sagte Herling und betonte zudem: „Das sollte ein Ort sein für Leute, die noch am Leben teilnehmen wollen und können.“

An einer Pinnwand wurden diese und andere Vorschläge anschließend gesammelt. Vor allem zur Sponsorensuche fanden sich dort einige Anregungen. Daneben standen viele einfache Wünsche der Senioren.

„Uns war wichtig, dass die Botschaft rüber gekommen ist, dass wir nichts Fertiges dahinstellen wollen“, sagte Pfarrer Kehlbreier. ▪ David Schröder

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