Mehr Geld für Kirchen vor Ort - das ist der Grund

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Angebote wie die Himmelsstürmer für Kinder in Altena könnten vom Geld profitieren.

Altena/Iserlohn - Mehr Geld bekommen die Kirchengemeinden vor Ort für Mittagstisch, Jugendarbeit, Kleiderkammern und Co.. Das hat der Kirchenkreis Iserlohn beschlossen - aus diesem Grund.

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn will verstärkt die Arbeit mit den Menschen mehr in den Vordergrund rücken – und dafür mehr Geld ausgeben. Von den Gesamteinnahmen – das Kirchensteueraufkommen lag 2018 bei knapp 14 Millionen Euro – werden zehn Prozent direkt an die Diakonie verteilt. 

Eine Hälfte geht an die Diakonie Mark Ruhr mit ihren Aufgaben im Bereich Alten- und Jugendhilfe sowie Soziale Dienste. Die andere Hälfte fließt in die Gemeindediakonie. Die Gemeinden können über das Geld frei verfügen und damit Angebote wie Mittagstische, Kleiderkammern oder Besuchsdienste finanzieren.

Konkrete Ideen, wohin Geld fließt

„Geben vor Nehmen“ ist die neue Verteilsystematik überschrieben, die von der Kreissynode einstimmig beschlossen wurde. Wie diese konkret aussieht, erläuterten Superintendentin Martina Espelöer und Heike Kiefer, neue Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. 

Während die Diakonie Mark Ruhr dann etwas weniger aus dem Kirchensteuertopf bekommt, soll in den Gemeinden mehr Geld ankommen. 

Die Superintendentin Martina Espelöer (r.) und Heike Kiefer.

Sie haben zum Teil schon sehr konkrete Vorstellungen. So sollen in Balve die Jugendarbeit und eine GemeindeSchwester gefördert sowie ein Beratungsangebot für Finanzschwache aufgebaut werden. In Ihmert denkt man unter anderem über Fahrdienste nach, in Iserlohn ist der Mittagstisch gesicherter. 

Motto: Menschen vor Steine

„Wir müssen als Kirche sichtbar bleiben“, nennt Martina Espelöer einen Grund für die neue Verteilung. „Wir wollen damit aber auch die Arbeit der Gemeinden für die Nächsten nach innen wie nach außen würdigen. Es geht darum“, so die Superintendentin, „weg von der Finanzierung der Steine hin zur Finanzierung der Menschen zu kommen.“ Die Steine, die Gebäude, seien dennoch weiterhin ein großes Problem. Auch dafür arbeite man an einer Lösung. 

Neues Gesicht

Eine noch größere Bedeutung wird in Zukunft das Fundraising angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen bekommen. Um die Spendenwerbung wird sich Heike Kiefer neben der Öffentlichkeitsarbeit intensiv kümmern. Die 50-Jährige, lange Jahre bei der Sparkasse und dann beim Kinderschutzbund beschäftigt, bringt viel Erfahrung sowohl in der Öffentlichkeitsarbeit als auch im Finanzbereich mit. 

Hildegard Goor-Schotten

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