Gute Neuigkeiten beim „Kramrühren“ des Evingser Heimatvereins

Mehr Geld für Drahtroute

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Kramrühren im Quellenarchiv „Auf der Böcke“: Wer Fotografien und Informationen aus dem aktiven Leben der Drahtzieher besitzt, möge sie dem Heimatverein bitte zur Verfügung stellen.

Altena - Unerwarteter Segen für den Heimatverein Evingsen: Als Mitglied des Industriedenkmalverbands ,,WasserEisenLand” profitiert er in diesen Tagen von Landesfördergeldern, die eine schnelle Beschilderung der Drahtrollenroute möglich machen.

Statt 10 800 Euro muss der Heimatverein dafür lediglich 2 260 Euro ausgeben. Drei Schilder dieser Art stehen bereits auf der kleinen Wandermeile, die der Heimatverein aktuell erschließt. Eines davon erklärt das Projekt Drahtrollenroute im Allgemeinen, ein zweites widmet sich der Drahtrolle Hurk und ein drittes der Heckingsrolle. Die weiteren Schilder sollen sich in umfassenderer Form der Drahtindustrie im Dorf widmen. Dazu zählt die Iserlohner Kreisbahn, der Erzbergbau am Ossenberg und auch die Wohnsituation der Drahtzieher. Natürlich wird auch ein Blick auf die Rollen

Drahtzieher

geworfen, die – heute zumeist als Wohnhäuser genutzt – noch alle existieren. Es sind Beckers- und Jakobsrolle, Beisenkamp, Haus Rohrsen, Leier-Rolle, Engel-Rolle, Schelten-Rolle, Ossenberg-Rolle und Hülshoffs-Rolle. Hinzu kommt natürlich auch ein Hinweis auf die Springerquelle, die existenzielle Bedeutung für die Drahtzieher hatte. Die Tafeln sollen nicht nur in Textform erklären, sondern nach Möglichkeit auch historisches Bildmaterial enthalten. Heimatvereinsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Klinke rief am Donnerstag beim Kramrühren im Quellenarchiv auf: Wer Fotografien und Informationen aus dem aktiven Leben der Drahtzieher besitzt, möge sie dem Heimatverein bitte zur Verfügung stellen. Die Drahtrollen-Route kommt mit der Beschilderung zwar ein gutes Stück voran, doch das Projekt ist damit noch lange nicht angeschlossen. Der Heimatverein will die Drahtrolle Hurk in diesem Zuge museumstauglich

Drahtrolle Hurk

machen. Dazu zählt die Sanierung der Arbeitsgeräte. Gäste sollen künftig auch elektronische Medien in dem Industriedenkmal nutzen können. Der Verein will zudem die alte Oberleitung der Kreisbahn und das Wasserrad der Heckingsrolle sanieren. An der Springerquelle soll eine Wasserentnahmestelle eingerichtet werden und das i-Tüpfelchen der neuen Touristenattraktion wäre ein Landschaftsrelief, das alle Stationen der früheren Evingser Drahtindustrie enthält. ,,Durch den unerwarteten Geldsegen vom Land sind wir noch lange nicht unabhängig vom Leader-Förderprogramm”, erklärte Klinke. Die Arbeiten an der Route werden noch mit einigen Tausend Euro zu Buche schlagen, weshalb die Planer auf Mittel aus dem EU-Förderprogramm hoffen. Bis zu 65 Prozent der Kosten können durch Leader-Gelder nachträglich erstattet werden, der Heimatverein muss allerdings vorfinanzieren. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit. Alle Talente im Dorf sind deshalb gefragt, um das Projekt voranzubringen.

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