Krankenstand in Stadtverwaltung: mehr als nur eine Grippewelle

ALTENA ▪ Mitte Januar warnten die Experten des Robert-Koch-Institus vor der ersten bevorstehenden Grippewelle in diesem Jahr. Ende Januar/ Anfang Februar, so hieß es, werde die saisonale Grippewelle beginnen. Die Prognosen trafen zu.

Viele Bürger hat es bereits „erwischt“. Die Krankenstände in den Betrieben nahmen zu – auch die Stadtverwaltung blieb davon nicht verschont.

Der Personalnotstand im Rathaus hat zur Folge, dass Bürger vorübergehend mit kleinen Einschränkungen im Bürgerbüro, beim Standesamt oder der Stadtbücherei rechnen müssen. „Vor verschlossener Tür wird aber keiner stehen“, versicherte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Für diese zeitweisen Ausfälle ist nicht alleine die aktuelle Grippewelle verantwortlich. „Unsere Schwierigkeit ist, dass wir seit Jahresbeginn eine handvoll längerfristig erkrankter Mitarbeiter haben, die für ein bis zwei Monate ausfallen“, verdeutlichte Hollstein die Situation in seiner Verwaltung. Diese Ausfälle kämen jetzt zu den Grippefällen hinzu. „Das hat uns schon gebeutelt.“

Trotz der vielen personellen Ausfälle läuft die Arbeit in den einzelnen Abteilungen weiter. „Die Aufgaben werden unter den Kollegen verteilt und die Postfächer mit überwacht“, beschreibt Hollstein die kollegiale Hilfbereitschaft seiner Verwaltungsmitarbeiter. Doch auch wenn es eng werde: „Die Arbeit geht normal weiter, die Kollegen bleiben am Thema. Nachbearbeitungen können vielleicht etwas länger dauern“, räumte er ein. Auch das Stadtoberhaupt kam in der vergangenen Woche in die Situation, Aufgaben seines Vorzimmers selbst zu übernehmen und in der Ratssitzung am Montag griff Uwe Krischer, Bereichsleiter Wirtschaftsförderung und Immobilien, zum Stift, um für die erkrankte Protokollführerin Tanja Jäker einzuspringen.

Momentan wird für die Stadtbücherei ein „Nofallplan“ erarbeitet, um den Krankenstand aufzufangen, und Bürgern den gewohnten Service anbieten zu können. Im Bürgerbüro sowie auf dem Standesamt sind aktuell die Öffnungszeiten etwas eingeschränkt. „Zeitnahe Hinweise finden Bürger auch auf der Homepage der Stadt Altena“, empfiehlt Hollstein einen Blick ins World-Wide-Web zu werfen, oder auf Veröffentlichungen der Stadt zu achten.

Vor ein paar Jahren sei es noch leichter gefallen, Krankenausfälle aufzufangen, erinnert sich Hollstein. Damals zählte die Verwaltung noch 180 Vollzeitstellen – heute sind es 140. „Wenn dann unerwartete Sachen hinzukommen wird es eng. Doch noch gibt es Ressourcen, die mit anpacken können“, so Hollstein. Zwar würde die Verwaltung gerne an der ein oder anderen Stelle eine Person neu hinzubekommen – wegen des Sparreglements sei das aber leider nicht möglich. ▪ sr

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