Riesige Hilfsbereitschaft nach Hochwasser

Mehr als eine Million Euro Spenden für Flutopfer in Altena

Das große Aufräumen in Altena.
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Die Schäden in Altena sind nach dem Hochwasser riesig, die Spendenbereitschaft ist es auch.

Mehr als eine Million Euro gingen bislang auf dem Spendenkonto der Stadt für Altenas Flutopfer ein. Ausbezahlt wurde aus diesem Topf bislang wenig. Nun soll das Geld für Aufbauhilfe genutzt werden.

Altena – Die riesige Welle der Hilfsbereitschaft in der und für die Burgstadt ebbt nicht ab. „Ich bin sprachlos“, sagte Kämmerer Stefan Kemper am Dienstag (2. August) angesichts der Summen, mit denen den Opfern der Flutkatastrophe geholfen werden kann. Auf dem Sonderspendenkonto der Stadt sind bislang 1,1 Millionen Euro eingegangen. „Es gibt mehr als 5000 Einzelspenden bis hinein in den sechsstelligen Bereich“, sagte Kemper, als er mit Bürgermeister Uwe Kober (CDU) am Dienstag die aktuellsten Zahlen vorstellte.

Und damit nicht genug: Weitere Spenden seien zugesagt, ergänzte Kober. „Es wird also weitergehen.“ Und es habe rührende Erlebnisse gegeben. So erhielt er einen Briefumschlag von einer Seniorin – mit zehn Euro darin. „Ich hätte gerne mehr gegeben, mehr habe ich aber nicht“, schrieb die Frau. „Da sind mir die Tränen gekommen“, sagt der Bürgermeister.

Mitarbeiter spenden Urlaubstage und Geld

Auch aus den Reihen der Industrieunternehmen habe es eine große Hilfsbereitschaft gegeben. Auch von Firmen, die nicht aus der Region sind. Kober berichtete von einer Firma aus Gummersbach, deren Namen er gar nicht gekannt habe. „Sie haben mir heute einen fünfstelligen Betrag übergeben.“ Auch die Mitarbeiter hätten Geld oder Urlaubstage gespendet, die die Geschäftsleitung dann in Geldbeträge umgewandelt habe.

Die Menschen in der Burgstadt, die bei der Flutkatastrophe vieles bis alles verloren haben, erhalten Soforthilfen aus drei Töpfen. Aus diesen drei Töpfen hat die Stadt bisher insgesamt 837 000 Euro ausgezahlt. Für das NRW-Soforthilfeprogramm für Privatpersonen sind bei der Stadt 200 Anträge eingegangen von 511 betroffenen Personen.

775.000 Euro NRW-Soforthilfe ausgezahlt

Ausgezahlt wurden bislang 420 000 Euro. Die Landeshilfe für Unternehmen beläuft sich bisher auf 355 000 Euro, die als Soforthilfe von je 5000 Euro an 71 betroffene Firmen flossen. Wichtiger Hinweis des Kämmerers: „Die Antragsfrist für Zuwendungen aus dem Landesprogramm läuft Ende des Monats ab.“

Aus dem dritten Topf, vom städtischen Sonderspendenkonto, sind bisher 58 000 Euro an 50 Haushalte ausgezahlt worden. Damit ist dieses Konto noch sehr gut gefüllt. Es soll nun dazu dienen, um eine „Aufbauhilfe“ zu organisieren, die aber noch konkret gestaltet werden muss.

Sozialberatung in der Nette geplant

Es würden selbstverständlich keinerlei Verwaltungskosten entstehen, versicherten Kober und Kemper. Gemeinsam mit der Caritas soll zum Beispiel für die besonders schwer getroffenen Bewohner in der Nette eine „Sozialberatung“ ins Leben gerufen werden. Details, wie diese genau aussehen soll, müssen noch besprochen werden.

Auch bei den Straßenschäden gibt es gute Neuigkeiten: Innerstädtische Straßen wie die Südstraße, Brachtenbeck, der Grennigloher Weg oder die Grabenstraße, Immenweg und Hügelweg konnten zumindest schon „stabilisiert“ werden, berichtet Stefan Kemper, „so dass man wieder hereinfahren kann. Eine Baustelle, bei der die beschädigte Fahrbahn der L 530 oberhalb der Einmündung zum Breitenhagen saniert wurde, ist wieder abgeräumt worden.“ Dort fließt der Verkehr wieder zweispurig.

Unklar bleibt, wie es mit der B236 weiter geht. Sie ist zum einen im Bereich der Firma Duschking, die als einsturzgefährdet gilt, gesperrt. Zum anderen auch wegen erheblicher Schäden am Ortsausgang Richtung Werdohl – auf noch unbestimmte Zeit. Bleibt das so über den 27. September hinaus, droht Altena wieder von der Außenwelt abgeschnitten zu werden.

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