Tablet-Computer im Kindergarten

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Viel Spaß macht es den Jungen und Mädchen am Knerling, sich mit den Tablets gegenseitig zu fotografieren.

Altena - Das Landesministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport startet ein auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt, bei dem ausgewählte Kindertagesstätten mit Digitalkameras und Tablets ausgestattet werden.

Auch der Kindergarten am Knerling setzt seit einiger Zeit digitale Medien ein. In den übrigen Einrichtungen in Altena wird das Thema unterschiedlich gehandhabt.

Die Mitarbeiterinnen des evangelischen Kindergartens Knerling haben sich in einem Coaching mit dem Thema Medienkompetenz vertraut gemacht. Die Einrichtung befindet sich auf dem Weg, ein Medienkompetenz-Kindergarten zu werden. Dazu gehört aber weit mehr als der richtige Umgang mit den zwei neu angeschafften Tablet-Computern.

So haben die Jungen und Mädchen auch gelernt, welche alten und neuen Medien es überhaupt gibt. Dazu gehören nämlich auch Bilderbücher, Zeitungen oder Fotos. Mit den neuen Geräten haben die Kinder fleißig fotografiert und ein eigenes Memory-Spiel erstellt. „Sie sind richtig stolz zu sehen, was sie alles produzieren können“, sagt die stellvertretende Leiterin Bettina Hoßdorf.

Auch im katholischen Kindergarten St. Matthäus steht Medienpädagogik hoch im Kurs – wenn auch nicht mit teuren Neuanschaffungen. „Natürlich hätten wir auch gerne Tablets, aber das ist eben auch ein Kostenfaktor“, erklärt Kindergartenleiterin Martina Hochstein. „Um das Thema kommen wir aber nicht drumherum.“

Die Erzieherinnen thematisieren mit den Jungen und Mädchen immer wieder das, was sie über Medien wahrnehmen. Eine große Rolle spiele dabei das Fernsehprogramm, denn manche Eltern setzten den Fernseher als Babysitter ein – ohne eine Kontrolle darüber, was ihre Kleinen tatsächlich schauen.

Ähnlich gestaltet sich das Thema in den Johanniter-Kindertagesstätte Altroggenrahmede und Zwergenburg. Nach Auskunft der Leiterin Odette Klenke werden – wie in den meisten Kindergärten – hauptsächlich klassische Medien wie Bilderbücher eingesetzt. Trotzdem sind Medien und deren Inhalte immer wieder ein Thema bei Erzieherinnen und Kindern. Mit speziellen Mikrofonen können sie außerdem kurze Sprachaufnahmen machen und direkt wiedergeben.

„Der Erwerb von Medienkompetenz ist bereits in der frühen Kindheit eine wichtige Bildungsaufgabe“, sagt NRW-Familienministerin Christina Kampmann. Auch in Altena teilen Fachkräfte diese Meinung, auch wenn sich die Umsetzung unterscheidet.

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