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Das Optimum für die Fahrradfahrer im MK kostet rund 150 Millionen Euro

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Wie sind Radfahrer mit der Infrastruktur in Altena zufrieden. Unter anderem das versucht der ADFC-Fahrradklima-Test herauszufinden.
Der Masterplan Radverkehrsnetz MK untersucht, wie Nahmobilität verbessert werden kann. © Tobias Hase

Der Märkische Kreis will gemeinsam mit den Städten und Gemeinden die Radinfrastruktur stärken und kontinuierlich verbessern. Ein wichtiger Baustein dazu ist der „Masterplan Radverkehrsnetz MK“, der im Kreisausschuss vorgestellt wurde.

Altena – Nachhaltige Mobilität entsteht nicht von selbst. Es ist wichtig, Angebote zu schaffen, die die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel attraktiver machen. Eine Option ist dabei ein alltagstaugliches Radverkehrsnetz über das gesamte Kreisgebiet hinweg. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden arbeitet der Märkische Kreis daher am „Masterplan Radverkehrsnetz MK“. Die Ziele sind klar: sichere und komfortable Radwege auch über Kommunen hinweg zu bauen sowie touristische und überregionale Radverbindungen zu erschließen, wie zum Beispiel die Lenneroute oder den Volmetal-Radweg.

Anbindung von Ortsteilen steht im Fokus

Mit dem Masterplan, der von der Kreispolitik im Juni 2020 in Auftrag gegeben worden war, liegt erstmals ein Gesamtkonzept mit „Wunschrouten“, aber auch neuen Verbindungen vor. Im Fokus stehen dabei über- und innerörtliche Ziele, wie die Anbindung zwischen den Ortsteilen, Schulen und Industriegebieten sowie an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Kommunen und Bürger beteiligt

An der Gestaltung des kreisweiten Masterplans waren alle 15 Städte und Gemeinden eng beteiligt. Auch die Bürger im Kreis wirkten aktiv mit, um die Alltagstauglichkeit der Radwegeinfrastruktur zu verbessern. Mehr als 700 verwertbare Rückmeldungen kamen aus einer Online-Bürgerbeteiligung, darunter neben Vorschlägen und Anregungen auch Hinweise zu möglichen Gefahrenstellen. Betreut wurde die Plattform von dem mit der Erstellung des Radverkehrskonzepts beauftragten Planungsbüro VIA eG.

Kommunenübergreifendes „Wunschliniennetz

Kreis und Kommunen mussten bei der Planung für ein alltagstaugliches Konzept nicht bei null anfangen. Sämtliche bisher getätigten Überlegungen und Konzepte flossen in die Überlegungen rund um den „Masterplan Radverkehrsnetz MK“ mit ein. Zu den wichtigsten Bausteinen der Planungen zählten unter anderem ein kommunenübergreifendes „Wunschliniennetz“, die Einbindung der bestehenden Radwege, eine Bestandsanalyse des aktuellen Radwegenetzes im Kreis sowie die Maßnahmenentwicklung und deren Priorisierung. Im Ergebnis steht dem Kreis und den Kommunen ein Kataster mit Maßnahmen zur Verfügung.

Gewaltige Kosten

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Kosten für die Umsetzung des Masterplanes auf etwa 149 Millionen Euro belaufen würden. Sie entfallen dabei auf verschiedene Baulastträger wie Bund (35 Millionen Euro) und Land (63 Millionen Euro). Für den Märkischen Kreis würden etwa neun Millionen Euro anfallen, auf die Kommunen zusammen etwa 35 Millionen Euro. Weitere rund zehn Millionen Euro liegen in der Verantwortung Dritter, wie etwa der Deutschen Bahn.

Zukunftsaufgabe Nahmobilität

Zur Umsetzung des „Masterplans Radverkehrsnetz MK“ hatten die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, UWG und Die Linke im Kreisausschuss einen gemeinsamen Antrag vorgelegt. Er beinhaltet unter anderem die Fortsetzung der engen, interkommunalen Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden als auch dem Kreis. Die Kreisverwaltung soll in Bezug auf den Masterplan eine maßgebliche Koordinierungs-, Bündelungs- und Controlling-Funktion übernehmen. Darüber hinaus soll die Zukunftsaufgabe „Nahmobilität“ in der Kreisverwaltung zukünftig mit mindestens 1,5 Stellen bewältigt werden. Sinnvoll sei eine zentrale Koordinierung durch einen Radverkehrsbeauftragten auf Kreisebene. Dieser soll Ansprechperson sein, Radverkehrsprojekte mit den beteiligten Akteuren abstimmen, koordinieren und umsetzen sowie diverse Förderprogramme prüfen. Bei einer Enthaltung wurde dem Antrag im Kreisausschuss zugestimmt.

Über die Beschlüsse wird auch im Kreistag am Donnerstag, 8. Dezember, ab 16 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid beraten und abgestimmt.

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