Umzäunter Sammelpunkt für Katastrophen

Masterplan fürs Kohlberghaus

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Wehrleiter Alexander Grass kennt die Situation am und im Kohlberghaus.

Altena - Früh wurden die Altenaer am Mittwoch durch den Sirenenalarm geweckt, der durch das Anschlagen der Brandmeldeanlage im Kohlberghaus ausgelöst worden war. Die Löschzüge 1 und 2 konnten nebst Drehleiter schnell wieder abrücken, da es zu keinem Feuer gekommen war. Für den Ernstfall gelten aber besondere Regeln, die bei Einsätzen greifen.

Vorab erklärt Wehrleiter Alexander Grass, dass es am Kohlberghaus noch nie zu Problemen gekommen sei. Viel mehr als Beschimpfungen habe die Wehr noch nie erfahren bei Einsätzen. „Aber natürlich gibt es dort Bewohner, die so krank sind, dass sie mit solchen Ausnahmesituationen gar nicht umgehen können. Einer hat ja wegen gewalttätiger Ausfälle grade erst ein Gerichtsverfahren gehabt. Aber natürlich wird im Brandfall auch schwerst psychisch Erkrankten Hilfe geleistet.“ Das geschehe im Kohlberghaus in einem extra an der Einrichtung eingezäunten Bereich. „Anders könnten die Mitarbeiter die Leute gar nicht betreuen, denn viele haben Fluchttendenzen“, erklärt Grass.

Immer wieder wird die Wehr zu Einsatzen am Kohlberghaus gerufen.

Da sich der Sammelpunkt im Außenbereich des Kohlberghauses befindet, ist die Wehr auch für Schlechtwetter gewappnet: „Wir besitzen ein sogenanntes schnelles Einsatzzelt, das mit Hilfe von Luft innerhalb weniger Minuten aufgepumpt werden kann. Dort können 30 bis 40 Personen untergebracht werden. Darüber hinaus gilt auch für die Kohlberghausbewohner der Betreuungsplatz Sauerlandhalle. „Das ist der zentrale Unterbringungsort für alle Altenaer, deren Wohnraum durch Unwetter unbewohnbar geworden sind.

Unbewohnbar

Zum Beispiel, wenn das Hochwasser über die Türschwelle steigt oder Strom und Heizung ausgefallen sind.“ Live ist es zu solchen Szenarien noch nicht gekommen. „Wir können auch niemanden zwingen, seine Wohnung zu verlassen und uns zur Sauerlandhalle zu begleiten. Erst, wenn Leib und Leben einer Person gefährdet sind, würde die Polizei auf unsere Bitte hinkommen und eine Ersatzvornahme durchführen.

Zwangsevakuierung

Das wäre dann eine Zwangsevakuierung. Aber ich wüsste nicht, warum man sich gegen seine eigene Rettung wehren sollte“, erklärt Alexander Grass abschließend.

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