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Maskenpflicht entfällt in Schulen: So lief der erste Tag im MK

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Von: Ines Engelmann

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Schule Maskenpflicht
Keine Maskenpflicht mehr in der Schulen ab dem 2. April. (Symbolfoto) © Judith Wiesrecker

In fast allen Bereichen ist die Maskenpflicht am Montag weggefallen. Auch in den Schulen gilt sie nicht mehr. Längst nicht alle Lehrer und Schüler sind davon überzeugt – gerade mit Blick auf die Osterferien, die bald beginnen.

Altena/Nachrodt – Seit dem vergangenen Wochenende sind zahlreiche Corona-Regeln gelockert. Dadurch fällt auch die Maskenpflicht in fast allen Bereichen weg. Auch in den Schulen gilt diese Pflicht nicht mehr. Mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien sind die meisten Schüler und Lehrer in Altena und Nachrodt jedoch lieber vorsichtiger und tragen weiterhin die Maske.

Sekundarschule

„Irgendwie hat man sich doch an die Maske gewöhnt, und vergisst auch manchmal sie abzusetzen, wenn man sie eigentlich nicht mehr tragen muss“, sagt Anne Rohde, Schulleiterin der Sekundarschule Altena und Nachrodt-Wiblingwerde und gibt zu bedenken, dass die Maske vor einer Ansteckung schützen soll.

In der Schulkonferenz wurde deshalb mit Eltern, Lehrern und Schülern beschlossen, dass die Masken in der Sekundarschule weiterhin getragen werden sollen. „Denn es möchte logischerweise keiner die bevorstehenden Osterferien in Quarantäne verbringen“, erklärt Rohde auf Nachfrage der Redaktion.

Diese Maßnahme kommt bei den Schülern gut an, sie tragen fast alle ihre Maske. Rohde: „Die allermeisten Schülerinnen und Schüler halten sich auch daran und wünschen es sich selbst.“ Wenn die Maske im Innenraum der Schule von Schülern nicht getragen werden sollte, dem werde laut Rohde versucht, die Gründe für das Maskentragen näher zu bringen. „Vielen ist bewusst, dass eine Ansteckung möglicherweise für denjenigen selbst und seine Kontakte Quarantäne in den Ferien bedeutet“, so Rohde.

Deshalb habe die Sekundarschule einen Elternbrief vorbereitet und werde diesen den jeweiligen Schülern mitgeben. Rohde: „Sanktionen gibt es aber nicht, da das Maskentragen im Prinzip freiwillig ist und die Regierung auf die Übernahme der Selbstverantwortung setzt.“

Derweil hofft die Schulleiterin darauf, dass auch nach den Osterferien weiterhin Maske getragen wird: „Zumindest die darauffolgenden zwei Wochen wären uns sehr recht“, sagt Rohde und bezieht sich auf die Erfahrungen in den letzten beiden Jahren, in denen die Corona-Zahlen nach den Osterferien anstiegen. Das Risiko einer Ansteckung sei dann besonders hoch.

Burggymnasium

„Am Gymnasium trugen am Montag circa 85 Prozent die Maske, obwohl sie keine Pflicht mehr ist“, sagt Hans-Ulrich Holtkemper, Schulleiter vom Burggymnasium (BGA), der als Vorbild ebenfalls weiterhin die Maske tragen will. Damit kam ein Großteil der Schüler und Lehrer der Bitte nach, die Maske trotz Regel-Lockerung im Schulgebäude zu tragen.

Denn vor knapp zwei Wochen hatte der Schulleiter ein Rundschreiben an Schüler und Lehrer verschickt, in dem unter anderem darum gebeten wurde, bis zu den Osterferien die Maske weiterhin zu tragen. „Darin stand auch, dass man sich mehrfach mit dem Coronavirus infizieren kann und, dass man trotz Impfung nicht immun ist gegen eine Ansteckung“, erklärt Holtkemper.

Zudem gelte es, vor allem diejenigen weiter zu schützen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten und so ein höheres Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs haben. „Denn wir haben an unserer Schule einzelne Schüler und Lehrer, auf die das zutrifft“, sagt Holtkemper. Doch vor allem die Schüler der Oberstufe hätten um das Tragen der Masken gebeten, da sie kurz vor ihren wichtigen Prüfungen stehen und der Unterricht durch Ansteckungen ausfallen könnte.

Besonders kritisch blickt Holtkemper auf den Wegfall der Maskenpflicht in Schulen, weil – anders als beispielsweise in Discos – Schüler und Lehrer ihrer Pflicht nachkommen müssen, im Schulgebäude am Unterricht teilzunehmen. Auch wenn Holtkemper diejenigen verstehen kann, die keine Lust mehr auf die Maske haben, so hofft er jedoch darauf, dass die meisten diese Entscheidung nicht leichtfertig treffen.

Schüler, die keine Maske im Unterricht tragen möchten, müssen aktuell mit einer neuen Zuordnung ihres Platzes rechnen: „Die, die keine Maske tragen, sitzen ab jetzt am Rand, damit diejenigen, die sich schützen wollen, auch geschützt werden. Wir können die Schüler nicht zwingen, sich neben Schüler ohne Maske zu sitzen“, erklärt Holtkemper diese Entscheidung.

Wie es mit der Maskenpflicht nach den Osterferien weiter geht, ist laut Holtkemper noch schwer vorherzusagen. Sicher sei, dass die bevorrateten Corona-Tests am BGA dann nicht mehr ausreichen werden, genau wie an vielen anderen Schulen auch. Ob sich nach den Osterferien die Schüler weiter testen müssen, sei laut Holtkemper seitens der Regierung noch nicht beantwortet und müsse abgewartet werden. Derweil geht der Schulleiter aber davon aus, dass die Corona-Zahlen wieder steigen werden und die Maßnahmen angepasst werden.

Grundschule Breitenhagen

In der Grundschule Breitenhagen hat es zwar keine Schulkonferenz zu der wegfallenden Maskenpflicht gegeben, aber auch Schulleiter Jörg Schlüter appelliert an die Vernunft von Eltern, Kindern und auch Lehrern. So will das Kollegium weiterhin die Maske im Schulgebäude tragen.

Den Überblick bei den Schülern zu behalten, ist jedoch etwas schwieriger, sodass Schlüter – selbst mit einem Mundschutz ausgestattet – am Montag einen kurzen „Spaziergang“ durch das Schulgebäude machte. Ganz zur Freude des Schulleiters fielen ihm nur vereinzelt Schüler auf, die im Schulgebäude keine Maske trugen.

„Die Familien scheinen weiterhin vorsichtig zu sein“, zieht Schlüter Bilanz. Gerade mit Blick auf die Osterferien, einer drohenden Quarantäne und einem geplatzten Urlaub seien auch an der Grundschule Breitenhagen viele Familien weiterhin vorsichtig.

Vor dem Hintergrund, dass die Maske vor einer Corona-Infektion schützen kann, ist Schlüter dankbar für so viel Kooperation der Schüler, Lehrer und auch Eltern. Denn: „Wir hatten schon ein paar Kollegen, die recht gravierende Verläufe hatten. Das muss man ja nun wirklich nicht haben“, so Schlüter.

Grundschule Mühlendorf

Am Grundschulstandort Mühlendorf wurde am Montag laut Schulleiter Wolfgang Wilbers die Maske nicht immer getragen. Während sich das Kollegium geschlossen für die Maske entschieden hat, gingen die Meinungen bei den Grundschülern auseinander. Wilbers: „Ein Teil der Kinder trägt die Maske, ein Teil aber auch nicht.“

Genaue Zahlen dazu gebe es aber nicht, schließlich handele es sich um einen freiwilligen Schutz durch die Maske. In einigen Klassen hätten am Montag fast alle Kinder eine Maske auf, in anderen habe Unterricht fast ganz ohne Mundschutz stattgefunden. Wilbers selbst hält das Tragen einer Maske für eine gute Möglichkeit, sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu schützen, weshalb auch er die Maske künftig weiterhin tragen wolle.

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