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Maskenpflicht an Schulen: Eltern und Schüler geteilter Meinung

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Von: Lydia Schmitz-Machelett

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Seit Anfang dieser Woche entscheiden die Schüler selbst, ob sie im Klassenraum noch Masken tragen wollen. Dabei ergibt sich an den beiden Kiersper Grundschulen mit ihren vier Standorten ein unterschiedliches
Wieder Maskenpflicht in der Schule? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. © Matthias Balk

Sinnvoller Schutz oder falscher Aktionismus auf Kosten der Kinder? Die Meinung zur Wiedereinführung der Maskenpflicht an Schulen gehen unter Schülern und Eltern in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde weit auseinander.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Entweder klar pro Maske oder klar dagegen: Einen Mittelweg scheint es für die Schüler und Eltern aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde nicht zu geben, wenn es um das Thema Maskenpflicht an Schulen geht.


„Ich fände es gut, wenn die Kinder in der Grundschule wieder Maske tragen. Vor allem, weil sie nicht durch eine Impfung geschützt werden können. Und ich halte die Maske für die Kinder auch für zumutbar“, sagt Anna Krewald. Ihr Sohn besucht die Grundschule in Wiblingwerde.

Mutter fordert Testpflicht für Erwachsene

Britta Schmidt sieht das anders: „Die Kinder werden zwei Mal pro Woche getestet. Das Hygienekonzept reicht für mich.“ Wenn die Erwachsenen genauso viel getestet würden, würde das ihrer Meinung nach mehr bringen. Zumal in den Krankenhäusern so gut wie keine Kinder mit Corona behandelt würden, sondern vor allem ungeimpfte Erwachsene. „Es auf die Kinder zu schieben ist der falsche Weg. Man sollte dafür sorgen, dass es bei den Erwachsenen Testpflichten gibt“, sagt Schmidt.

Allerdings habe sie Angst vor einem erneuten Lockdown. Insbesondere in Bezug auf die Schule. Daher geht sie sogar noch weiter: „Wir müssen die schützen, die sich nicht impfen lassen können, und die Kinder. Ich fände eine Impfpflicht für Erwachsene richtig. Alle wollen sich frei bewegen, dann sollte man auch so handeln“, betont die Mutter.

„Egal-Phase“ in der Pandemie

Die Nachrodterin Ina Litz ist ebenfalls gegen eine erneute Maskenpflicht an Schulen: „Ich denke, dass das Hygienekonzept in den Schulen gar nicht eingehalten werden kann, wie es eigentlich müsste. Eine Schulschließung oder ein Lockdown hätten vor allem für sozial Schwache weitreichende Folgen, die in keinem Verhältnis stehen.“

Die Krankheitsverläufe bei Kindern seien meistens sehr leicht. Dennoch müssten sie geschützt werden. Ihrer Meinung nach herrsche gerade „eine Egal-Phase“ der Pandemie. Vor einem Jahr seien die Kinder die Bösen gewesen, die die Großeltern anstecken, dann seien die Kinder diejenigen gewesen, die Zuhause bleiben mussten und jetzt seien die Kinder die, die durchseucht werden.

Mutter fordert bessere Hygienekonzepte für Schulen

„Es müsste an den Hygienekonzepten stark gearbeitet werden, zum Beispiel mit Luftfilteranlagen. Die Maske im Unterricht halte ich für fraglich, so lange sie auf dem Schulhof abgesetzt wird. Und gerade jüngere Kinder halten keinen Abstand“, sagt Ina Litz.

Schülerin Laura Grote (17) hingegen ist für eine Maskenpflicht im Unterricht: „In der Oberstufe sitzt man beispielsweise nicht immer neben denselben Leuten. Und manchmal sitze ich auch neben Schülern, mit denen ich privat nichts zu tun habe. Vor allem jetzt im Winter, wo alle erkältet sind, finde ich es blöd, wenn sich alle gegenseitig anstecken.“

Abgesehen davon habe sie sich längst an die Maske gewöhnt und empfinde sie nicht mehr als störend. „In meiner Stufe setzt sowieso niemand die Maske ab, obwohl sie es dürften“, berichtet die Wiblingwerderin.

Schülerin empfindet Debatte als ungerecht

Carolin Sommer empfindet die Debatte als ungerecht: „Die Schüler sind wieder die, auf deren Rücken es ausgetragen wird. Zum Beispiel dürfen viele Kinder aus unterschiedlichen Schulen und Kindergärten gemeinsam zum Sport. Morgens in der Schule tragen sie im Sportunterricht Maske. Wo ist da der Sinn?“

Gut seien die Corona-Tests in der Schule, findet Carolin Sommer. „Ich finde es ungerecht, weil Masken- und Testpflicht in den Schulen, aber an keiner Arbeitsstelle gilt. Die großen Betriebe sind von dieser Pflicht befreit, da es um die Wirtschaft geht. Das macht mich wirklich sauer.“

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