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Masken und Frieren: So läuft der Corona-Alltag in den Schulen

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Maskenpflicht im Unterricht: Die Grundschüler in Wiblingwerde nehmen es gelassen.
Maskenpflicht im Unterricht: Die Grundschüler in Wiblingwerde nehmen es gelassen. © Gruundschule

Maske im Unterricht, Bibbern beim Lüften: All das kann die Kinder und Jugendlichen nicht mehr schocken. Die Schüler in Altena und Nachrodt nehmen die Corona-Schutzmaßnahmen gelassen - und haben gute Tipps gegen das Frieren im Klassenzimmer.

Altena/Nachrodt – ‘Rein in die Kartoffeln, ‘raus aus den Kartoffeln – oder besser: Masken auf, Masken ab. Seit Donnerstag gilt wieder Maskenpflicht im Unterricht. Genauer: überall in den Schulen und auch am Sitzplatz. „Die Kinder sind sehr flexibel. Das ist für sie okay. Es bleibt ihnen ja auch gar nichts anderes übrig“, sagt Nadja Mittelbach. Die Lehrerin der Klasse 3 c der Grundschule Wiblingwerde ist ebenso gelassen wie ihre Schützlinge, sie musste sie nicht einmal erinnern. „Alle wussten es.“

Mit der Rückkehr zur Maskenpflicht soll der Präsenz-Unterricht an den Schulen gesichert werden. Und genau das liegt den Lehrern sehr am Herzen. „Ich hoffe, dass die Schulen geöffnet bleiben. Denn viele haben unterschätzt, welches Leid die Schließungen mit sich bringen“, sagt Nadja Mittelbach. Und sie gönnt jedem Kind auch Maskenpausen. „Wenn sie sagen, dass sie nicht mehr können, eine kleine Maskenpause brauchen, dann stellen sie sich ans offene Fenster.“

Wolldecken, Schals und Tee

Womit der nächste Kummer angesprochen ist: In den Schulen lernt man nicht nur gemeinsam, man schnattert auch zusammen. Es ist kalt. Eiskalt. „Das ist echt nicht witzig“, findet Nadja Mittelbach. In der Grundschule gibt es 20 Minuten Unterricht, dann werden fünf Minuten alle Fenster aufgerissen und durchgelüftet.

Manche Kinder sind in Wolldecken gehüllt, andere setzen auf Schals und Mützen. Und natürlich auf Winterjacken. Warmer Tee in Thermoskannen, Wärmekissen für die Pausen: Die Kinder sind so gut es geht gerüstet und „haben bis jetzt alles gut gemeistert“. Aber es wird kälter und damit nicht einfacher.

Burggymnasiasten setzten immer auf Masken

„Die Grundschüler finden es sicher schön, wenn es kuschelig ist“, meint Jost Ritzenhoff, stellvertretender Schulleiter am Burggymnasium, schmunzelnd. An seiner Schule sind die jungen Leute augenscheinlich etwas härter im Nehmen. Dicke Decken hat Jost Ritzenhoff noch nicht gesehen. „Die Schüler wollen selbst, dass wir die Fenster aufmachen“, erzählt der stellvertretende Schulchef.

Er ergänzt: „Die Schüler werden auch kaum krank, auch nicht mit einer normalen Grippe.“ Die neue Maskensituation ist am Burggymnasium auch nichts Besonderes. Schon im August, als die Maskenpflicht zum ersten Mal aufgehoben wurde, zog die Schule nicht mit. Und auch beim zweiten Step nach dem 2. November blieben die Schüler standhaft und trugen voller Überzeugung ihre Mund-Nasen-Bedeckungen. Die neue Situation ist also keine neue.

Schulschließung wäre „Katastrophe“

Jost Ritzenhoff hofft, dass das Versprechen von NRWs Ministerin Yvonne Gebauer gilt und Präsenzunterricht oberste Priorität hat. „Eine Schulschließung wäre eine Katastrophe für die Schüler. Kontakte, Beziehungen, soziale Nähe sind sehr wichtig. Die Schüler sind seit den letzten eineinhalb Jahren schon sehr gebeutelt.“

So beurteilt es auch Gudrun Reinecke-Bartelt, die stellvertretende Rektorin der Sekundarschule. An den Standorten in der Nette und am Holensiepen in Nachrodt hatten sich die allermeisten Kinder übrigens auch für das freiwillige Maskentragen entschieden. Sie nutzen auch Timer, um das Lüften nicht zu vergessen. „Das ist alles längst normal“.

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