Masern-Impfpflicht: Viele offene Fragen in Kitas und Schulen

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Ab März ist eine Impfung gegen Masern Pflicht für Kinder, die Kita oder Schule besuchen.

Altena – Ab März gilt die Masern-Impfpflicht. Doch für die Verantwortlichen in Schulen und Kitas sind viele Fragen noch ungeklärt.

Viel diskutiert, am Ende beschlossen und in gut vier Wochen Fakt: Die Masern-Impfpflicht greift zum 1. März. Doch die Schulen und Kindergärten „hängen noch ein bisschen in der Luft“, sagt Kreissprecherin Ursula Erkens. Es seien noch Abstimmungen mit dem Landesgesundheitsamt und mit der Bezirksregierung notwendig, um Details zur Umsetzung und Prüfung der Impfpflicht an die Schulen und Kitas weiterzugeben. 

Generell gilt: Ohne Nachweis der Impfung werden keine Kinder aufgenommen. Wer schon einen Platz hat, muss den Impfpass in einer Übergangsfrist vorlegen. Das wirft organisatorische Fragen auf, auf deren Antworten die Verantwortlichen der Einrichtungen vor Ort händeringend warten. Ein Überblick. 

Grundschulen

 „Alle Schulen in Nordrhein-Westfalen befinden sich in einem Schwebezustand“, sagt Wolfgang Wilbers, Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Altena mit Standorten im Mühlendorf und in Dahle. 

Es habe zum Masernschutzgesetz bisher weder eine Schulleiterbesprechung noch eine Dienstanweisung gegeben. „Es gibt auch noch keinen Erlass dazu, und im Amtsblatt steht ebenfalls nichts“, moniert Wilbers. 

Evangelische Kitas

 Etwas klarer sieht es bei den beiden Kindertagsstätten aus, die zum Trägerverband für Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn gehören. 

Wenn man – wie derzeit – neue Verträge mit den Eltern schließe, dann gilt: „Bei Aufnahme von Kindern nach Vollendung des ersten Lebensjahrs muss ein Impfnachweis vorgelegt werden, sonst ist keine Aufnahme möglich“, erläutert Inge Harneid, Leiterin der Einrichtung am Knerling und des Kindergartens Rahmede am Drescheider Berg. Die Durchimpfungsrate am Knerling ist erfreulich. „Hier sind alle geimpft“, sagt Harneid. 

Katholische Kitas

Offene Fragen gibt es auch beim Zweckverband für katholische Tageseinrichtungen im Bistum Essen. Er ist mit den Einrichtungen St. Matthäus Lindenstraße und St. Katharina am Breitenhagen in der Burgstadt vertreten. 

Verena Böck aus der Abteilung Kommunikation sagt: „Was wir vorbereiten konnten, haben wir umgesetzt. Wir haben aber festgestellt, dass ein einheitliches Verfahren auf Landes- und Kommunalebene fehlt.“ 

Zum Beispiel stellt sich die Frage: „Wie gehen wir vor bei Kindern, die bereits in unseren Kitas betreut werden, aber keine Impfung nachweisen können? Was geschieht, wenn diese Deadline zum Nachweis der Impfung nicht eingehalten wird?“, nennt Böck ungeklärte Fragen. 

Es droht ein Bußgeld, aber bedeutet das auch die Kündigung des Betreuungsvertrages? Und „wie dokumentieren die Kita-Leitungen vor Ort den Nachweis entsprechend datenschutzrechtlicher Vorgaben?“ 

Johanniter-Kitas 

Klar sind die Regeln in den Einrichtungen der Johanniter, die als Kita-Träger im Auftrag der Stadt arbeiten. In Altena betreuen die Johanniter die Kitas Zwergenburg und Altroggenrahmede.

„Mitarbeiter in unseren Kitas müssen bei Neueintritt einer Beschäftigung ab dem 1. März ihren Masernimpfschutz oder ihre Immunisierung nachweisen. Sollten sie schon bei uns beschäftigt sein, reichen sie diese Nachweise bis zum 31. Juli ein“, erläutert Stefanie Ueßeler vom Johanniter-Regionalverband Südwestfalen. 

Das Vorgehen vor Ort erläutert Odette Klenke, Leiterin der Johanniter-Kita Altroggenrahmede: „Bei Aufnahmegesprächen wird die Impfung abgefragt. Liegt sie bei Masern nicht vor, wird an das Gesundheitsamt und die vorgesehene Beratung verwiesen. 

Zuständig dafür, dass nach der Beratung in den Altenaer Kitas kein Kind ohne Masernimpfung aufgenommen wird, ist das Gesundheitsamt.“ 

Die Durchimpfrate im Kreis ist nach Angaben des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes im Übrigen recht hoch: Mit der ersten Masernimpfung werden zwischen 96 und 98 Prozent der Kinder erreicht, mit der zweiten Impfung 95 Prozent. 

Dass die Rate bei der ersten Impfung höher ist als bei der zweiten, kann unterschiedliche Gründe haben. Oftmals werde eine Pflicht-Untersuchung beim Kinderarzt verpasst, zum Beispiel durch einen Umzug, sagt die Behörde.

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