Marte Meo-Kurs beendet: Der Kamera entgeht nichts

ALTENA ▪ Altena hat die ersten Marte-Meo-Therapeutinnen. Sie heißen Angelika Opderbeck, Katrin Vetter und Andrea Thimm und arbeiten im Sprachheilkindergarten. Nachdem sie vor vier Jahren eine erste Ausbildung zum Marte Meo-Praktiker absolvierten, sei der große Nutzen dieser Methode für ihre Arbeit schnell klar geworden, erklärte Angelika Opderbeck. Deshalb entschieden sie und ihre Kolleginnen sich, für weitere zwei Jahre bei Stefanie Bauer von der sozialpädagogischen Familienhilfe des Jugendamtes „in die Lehre“ zu gehen. Außerdem mit dabei: Christina Witte und Beate Štahlschmidt aus Plettenberg sowie Susanne Joppich (Essen).

Marte Meo wurde von einer Niederländerin entwickelt. Übersetzt heißt es „aus eigener Kraft“ und ist eine Methode der Erziehungsberatung, die sich der positiven Verstärkung bedient. Dazu müssen die Therapeutinnen sehr genau hinschauen, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen – sie tun das mit Hilfe der Videokamera. Mit ihr werden Alltagsszenen, zum Beispiel beim Freispiel oder beim Essen, gefilmt. Aus dem Material suchen die Therapeuten jene Szenen aus, in denen die Eltern-/Kind-Aktion besonders gut gelingt. „Das ist manchmal nicht mehr als ein ganz kurzer Clip“, erklärt eine der Teilnehmerinnen – aber doch gut geeignet, gutes Verhalten zu fördern. Wenn Eltern ihre Kinder ernst nähmen seien die umgekehrt eher bereit, ihre Eltern ernst zu nehmen, erklären die frisch gebackenen Therapeutinnen.

Bis es soweit war und der Kursus abgeschlossen werden konnte, hieß es immer wieder: Filmen. Drei ganze Tage paukten die Fachkräfte mit Stefanie Bauer, hinzu kamen 16 Supervisionen, bei denen das Filmmaterial und der Umgang damit genau unter die Lupe genommen wurde.

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie zum Beispiel Schweden ist Marte Meo in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet. Die Kurse in Altena sind deshalb überregional von Interesse. ▪ ben.-

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