Die Kinder werden ihr fehlen

So kennen sie Tausende von Altenaer Schülern: Marion Burgmann an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz im Burggymnasium.
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So kennen sie Tausende von Altenaer Schülern: Marion Burgmann an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz im Burggymnasium.

Ihren Abschied will sie schon noch feiern – „vielleicht zu Weihnachten, vielleicht im nächsten Jahr“. Corona lässt grüßen. Marion Burgmann, langjährige Sekretärin am Burggymnasium, hat ihren Job durch Eintritt in den Ruhestand an den Nagel gehängt. Urlaub würde sie jetzt gerne machen und wieder regelmäßig schwimmen gehen – „aber alles gestrichen“, sagt die Neu-Rentnerin. Stattdessen orientiert sie sich in Richtung Sorpesee, um vermehrt der Camping-Leidenschaft zu frönen.

Altena – Sie habe immer gerne gearbeitet, berichtet Marion Burgmann. Und das gelte auch für den „großen Betrieb“, den das Burggymnasium mit seinen mehr als 800 Schülerinnen und Schülern nun einmal darstellt. „Es ist schon ein großer Einschnitt“, sagt die ehemalige Sekretärin mit Blick auf den Übergang vom beruflichen Leben zum Rentnerdasein. „Es sind eben viele Kinder, die mir fehlen.“

Dass die Zeiten zuletzt heikel waren, sei klar. Corona habe eben so gut wie alles verändert. „Das ganze Leben ist ja heruntergefahren.“ Sie habe versucht, sich so gut wie möglich zu schützen. „Aber am Freitag waren die Hände wund vom Desinfektionsmittel.“ Aber sie zeigt sich wie immer diszipliniert: „Es hilft ja nichts, wir müssen da irgendwie durch.“

„Eine superschöne Zeit“

Marion Burgmanns Laufbahn als städtische Angestellte im Schuldienst begann im Jahr 1992 an der Förderschule am Drescheider Berg. „Das war eine superschöne Zeit“, erinnert sie sich an die Jahre unter ihrem damaligen Chef Dieter Tischhäuser.

Es folgten 1994 die Hauptschule in der Nette, dann ging es ging zurück zur Förderschule und 2001 nahm Marion Burgmann erstmals an ihrem neuen Schreibtisch im Burggymnasiums an der Bismarckstraße Platz.

Es war immer viel zu tun, aber natürlich war das Jahr 2003 schon etwas Besonderes, denn da wurde groß gefeiert. 1902 war mit einem Neubau an der Bismarckstraße begonnen worden, der am 31. Oktober 1903 eingeweiht wurde. Somit stand ein volles Jahrhundert auf dem Programm.

100-jähriges Bestehen

Marion Burgmann erinnert sich noch gut an dieses Jubiläum. Klassenräume waren nach Jahrzehnten dekoriert, dabei kamen zum Beispiel die 60er, 70er oder 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu besonderen Ehren. „Diese Motto-Räume waren schon klasse“. Und es war ein sehr langer Fest-Tag! Bis um 3.30 Uhr habe man zusammengestanden und -gesessen – erst dann wurde die Schule abgeschlossen.

Als Marion Burgmann ihren Einstieg ins Berufsleben wählte, war sie ziemlich jung. Für heutige Verhältnisse ungewöhnlich. „Ich habe meinen Ausbildungsvertrag zur Industriekauffrau mit 13 Jahren unterschrieben“, Das war 1971 bei der Firma Borbet.

Langweile im Rentnerinnenstand? Das ist für Marion Burgmann ein Fremdwort. „Ich werde keine Langeweile haben“, kündigt sie an. Da sind zum einen die künftigen Aktivtäten auf dem Campingplatz, aber da ist mehr: „Lesen. Ich lese sehr viel, quer Beet. Bildung ist mir wichtig.“ Ein E-Book soll es aber nicht sein, klassisch bedruckte Seiten sind Marion Burgmanndann doch wesentlich lieber.

Fernsehen ist ab und zu auch mal drin bei der Neu-Rentnerin. Tatort zum Beispiel. „Aber nur den aus Münster, denn der ist witzig.“

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