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Nach 36 Jahren ist Schluss: Beliebter Imbiss im MK schließt

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Von: Thomas Keim

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Noch einmal Gyros mit Pommes. Maria in Aktion.
Noch einmal Gyros mit Pommes. Maria in Aktion. © Keim

Ein Mann mittleren Alters betritt die Imbissbude am Markaner. Er bleibt kurz an der Schmalseite der Theke stehen. Maria schaut ihn freundlich an und fragt: „Wie immer?“ Der Mann nickt und setzt sich. Gyros und Pommes werden ihm kurz darauf gereicht.

Altena – Maria kennt ihre Kunden. Ein Schüler bestellt eine Portion Pommes „auf die Hand“ und legt eine Zehn-Euro-Note auf die Theke. „Ich hab’s leider nicht kleiner“, sagt er höflich. „Eins fünfzig“, sagt Maria.

Eine Szenerie, die es in dieser Form ab Sonntag nicht mehr geben wird. Der Imbiss schließt. Irgendwann am Samstag wird die letzte Portion Pommes frittiert. Wohl jeder Altenaer kennt die freundliche Griechin, die seit 40 Jahren in der schnellen Gastronomie der Burgstadt tätig ist – erst mit einem kleinen Wagen an einer Gasse zur Lenne hin, dann aber im Pavillon am Markaner. Seit 36 Jahren.

„Markana“ steht noch immer an einer Stelle an der Fensterfront zu lesen, wenn man genau hinschaut. Ein Verschreiber, der offenbar inspiriert ist aus ihrer griechischen Heimat. Als Vasiliki Melissopulu ist sie am 15. August 1955 auf der griechischen Insel Chios zur Welt gekommen, übrigens dort wo auch der Komponist und Schriftsteller Mikis Theodorakis das Licht der Welt erblickte. Seit 1971 lebt sie in Altena. Hier bekam sie den Spitznamen Maria, denn Vasiliki wollte wohl nicht so recht über die Sauerländer Zunge kommen.

40 Jahre im Geschäft

Maria greift in eine von zwei kleinen Schubladen unter der Theke, nimmt ein paar Sachen heraus. „Ich räume schon auf.“ Es ist offensichtlich, dass ihr das Bevorstehende schwerfällt. Immer wieder geht der Griff der 66-Jährigen zum Taschentuch in der Kitteltasche. Trotzdem lächelt Maria Passanten zu, die draußen vorbeigehen, winkt. „Die Kunden sind sehr traurig“, berichtet sie. „Viele haben mir schon Blumen gebracht oder auch Schokolade.“ Am Sonntag wird sie noch einmal vor Ort sein, zum Aufräumen. Dann ist Schlüsselübergabe an die Stadt Altena – und Marias Imbiss am Markaner ist Geschichte. „Es fällt uns sehr schwer. Es ist doch eine lange Zeit“, bekräftigt Ehemann Vassilios, der seiner Frau regelmäßig zur Seite gestanden hat. Ein Nachfolger für den Imbissbetrieb ist übrigens bereits gefunden, bestätigt die Stadt Altena.

Im Januar geht es mit dem Ehemann erst einmal für in paar Monate nach Griechenland, auf die Geburtsinsel Chios. „Den ganzen Sommer über bleiben wir da“, kündigt Maria an. Dann aber geht es zurück ins Sauerland. „Das ist ja meine Heimat geworden.“ Sie hat sich etwas vorgenommen, um die Zeit am Fuße der Burg sinnvoll zu verbringen: „In Altena spazieren gehen.“

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