Eva Maria Schmieja – die Stimme der Stadt Altena

ALTENA ▪ Stadt Altena, Schmieja, schönen guten Tag!“ Diese Worte, freundlich und fröhlich gesprochen, hatte jeder schon mal im Ohr, der die 2090 – die zentrale Telefonnummer der Stadtverwaltung  – gewählt hat. Die Stimme gehört Eva-Maria Schmieja, die bereits seit 1989 als Telefonistin im Rathaus arbeitet.

Jeden Tag die Woche, außer am Wochenende und an Feiertagen, sitzt die 58-Jährige von 7 bis 16 Uhr an ihrem Schreibtisch – vor sich die schwarze digitale Telefonanlage, die nur so groß ist, wie zwei Tischtelefone zusammen. Und es gibt Tage, da klingelt es ununterbrochen. „Dann melde ich mich nach Feierabend zuhause manchmal auch mit ‚Stadt Altena, Schmieja, schönen guten Tag‘“, erzählt sie und lacht.

Die Gründe der Anrufe seien vielschichtig, sagt Schmieja. Die meisten Leute hätten irgendein Problem – entweder mit dem Müll, den Gebühren oder der Straßenreinigung. „Ich verbinde sie dann mit dem zuständigen Ansprechpartner hier.“ Alle Nummern der rund 100 Anschlüsse im Rathaus beherrscht Eva-Maria Schmieja aus dem Effeff. Hinzu kommen die der Arge, des Baubetriebshofes, der Stadtwerke, der Polizei, des Märkischen Kreises und, und, und. Nur die eigene Handynummer, die weiß Schmieja nicht auswendig.

Manchmal wollten die Anrufer aber auch einfach ihren Ärger loswerden, weil sie gerade ein Knöllchen kassiert haben oder so. Meistens schaffe sie es dann, die aufgebrachten Gesprächspartner wieder zum Lachen zu bringen, berichtet die 58-Jährige. Aber: „Zweimal habe ich auch den Hörer aufgelegt“, erzählt sie. Da sei sie so arg beschimpft worden und das müsse sie sich nicht gefallen lassen. Denn wenn Eva-Maria Schmieja eins nicht leiden kann, dann sind es unfreundliche Menschen. Deshalb ist sie am Telefon stets freundlich. „Das ist ganz wichtig“, sagt sie – schließlich werde sie dafür bezahlt.

Doch die 58-Jährige ist auch freundlich, wenn sie kein Geld dafür bekommt. „Hallo Schnuckelbacke“, begrüßt sie den Kollegen, der gerade zur Tür reinkommt und versorgt ihn mit „Nervennahrung“. Lakritze, Karamellbonbons oder Kekse gibt‘s bei Eva-Maria Schmieja immer: „Je nach dem, was so war, da braucht man das.“ Und nach dem Dienst, da braucht die 58-Jährige ihre Ruhe – zumindest vor dem Telefon. „Dann freue ich mich auf meinen Mann und auf meine Tiere und darauf, dass ich kochen kann.“

In der Freizeit kann auch Ursula Urthel gut auf das Telefon verzichten. Sie ist Telefonistin bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis und den Altenaern als Stimme deshalb gut bekannt. Sie bedient Tag für Tag drei Telefonapparate. „Es macht schon Spaß“, sagt sie, „die Kunden sind ja immer nett.“

Insgesamt hat die Vereinigte Sparkasse 362 Mitarbeiter. Wie viele Nummern sie im Kopf hat, weiß Urthel nicht. „Es sind ‘ne ganze Menge“, meint sie. Ebenso wenig in Zahlen ausdrücken kann sie die täglichen Gespräche, die sie entgegennimmt und weiterleitet. Nur so viel weiß sie: „Es ist schon gewaltig.“ Und nach Feierabend geht zuhause nur ihr Mann ans Telefon.

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