Geschäftsführer scheidet zum Jahresende in Altena aus

Marc Bunse wechselt zu den Stadtwerken Ratingen

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Marc Bunse (links) und der Aufsichtsratsvorsitzende Helmar Roder präsentieren den kleinen Platz, der den Eingangsbereich der Stadtwerke deutlich aufbessert.

Altena - Am Dienstag bat er die Gesellschafter der Stadtwerke um die Auflösung seines Vertrages, am Freitag informierte er seine Mitarbeiter: Marc Bunse, seit neun Jahren Geschäftsführer der Stadtwerke Altena, scheidet zum Jahresende aus.

Der Grund dafür ist ein attraktives Angebot aus dem rheinischen Ratingen. Anfang 2019 wird Bunse Geschäftsführer der dortigen Stadtwerke, die mit einem Umsatz von deutlich mehr als 100 Millionen Euro und etwa 270 Mitarbeitern ziemlich genau zehnmal so groß sind wie die Stadtwerke Altena. 

In Ratingen verkauft das Unternehmen nicht nur Wasser und Gas, sondern auch Strom, Fernwärme und Telekommunikationsdienstleistungen. In seiner neuen Position ist Bunse außerdem Chef von vier Bädern und einer 2500 Quadratmeter großen Saunalandschaft.

Weit über Altena hinaus bekannt geworden

Unter Bunses Regie wurde in Altena die Gasbeschaffung des Unternehmens neu geregelt, ein neues Tarifsystem für das Wasserwerk eingeführt und durch die Verpachtung des Netzes Vorteile bei den Netzentgelten generiert – um nur Beispiele zu nennen. Damit wurde Bunse weit über Altena hinaus bekannt.

Dass sich diese Innovationen auszahlen, machte der Geschäftsführer bei der Vorstellung des Jahresergebnisses für 2017 deutlich. Als er sein Amt in Altena antrat, machten die Stadtwerke im operativen Geschäft ein Minus von etwa 200.000 Euro und schrieben nur deshalb schwarze Zahlen, weil die Enervie noch Dividende zahlte.

Verschuldung basiert vor allem auf Altlasten

Das tut sie bekanntlich nicht mehr, trotzdem betrug der Gewinn der Stadtwerke im vergangenen Jahr etwa 580.000 Euro. Knapp 25 Prozent davon gehen an den Miteigentümer Enervie, der Rest fließt in den Bäderbetrieb der Stadt Altena. 

Auch die Stadtkasse profitiert: Die Stadtwerke zahlen rund 600.000 Euro Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer. Bunse erinnerte bei der Vorstellung des Zahlenwerks auch an die vielfältigen Sponsoring-Aktivitäten des Lokalversorgers.

Das Ergebnis liegt etwa 100.000 Euro über der Wirtschaftsplanung. Hauptgrund dafür sei die vergleichsweise kühle Witterung und das dadurch verursachte, gute Ergebnis im Gasbereich gewesen, sagte Bunse. 

Nachhaltig stabile Vermögens- und Finanzlage

Außerdem gab es Einsparungen durch Neuorganisation im Bereich des Lagers und der Umfinanzierung von langfristigen Krediten. Die Stadtwerke sind mit 15,5 Millionen Euro verschuldet – das sind vor allem Altlasten, die auf die aufwendige Sanierung der Fuelbecke zurückzuführen sind.

Diese Schulden wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut, allein in den letzten vier Jahren um 1,7 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Eigenkapitalsquote auf gute 39 Prozent. Kein Wunder also, dass Wirtschaftsprüfer und Gesellschafter dem lokalen Versorger eine nachhaltig stabile Vermögens- und Finanzlage attestierten.

Nette Freifläche mit Brunnen und Sitzgelegenheiten

Im Jahr 2017 wurde rund eine Million Euro in die Erneuerung der Infrastruktur investiert. „Diese kontinuierlichen Investitionen in unsere Netze ermöglichen uns auch langfristig ein solides und erfolgreiches Wirtschaften zum Wohle unserer Kunden und unserer Stadt“, unterstreicht Bunse die Bedeutung der Finanzpolitik der Stadtwerke.

Nicht ganz so nachhaltig, dafür aber einfach schön ist eine kleine Investition im Umfeld des Stadtwerkegebäudes am Linscheid, wo zwei Parkplätze zu einer netten Freifläche mit einem Brunnen und diversen Sitzgelegenheiten umgebaut wurden.

Familienfest am 17. Juni

Die Stadtwerke werden in diesem Jahr 160 Jahre alt und laden aus diesem Anlass für den 17. Juni zu einem großen Familienfest auf dem Firmengelände an der Linscheidstraße ein. Dort wird von 10 bis 16 Uhr nicht nur für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt, sondern es wird auch eine Reihe von Informationsangeboten geben. Unter anderem geht es dabei um das Thema E-Mobilität: Enervie zeigt ein Elektroauto, aus Hemer reist ein Segway-Verein an.

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