Eine Reise zu den sanften Riesen in Thailand

Auf Tuchfühlung mit einem Dickhäuter: Manon Sommer war beeindruckt von den klugen Tieren.

Altena - „Das war wirklich eine unbeschreiblich tolle Erfahrung“, erzählt Manon Sommer. Im Juni war die 19-Jährige, die momentan beim AK ein Praktikum absolviert, für zwei Wochen in Thailand. Dort arbeitete sie im Elefantendorf „Surin Project“, einer Zufluchtsstätte für Elefanten. Gemeinsam mit ihrer Freundin lebte sie in einer Gastfamilie – mitten in der Wildnis.

Die Luft ist drückend schwül. Ein Urwald aus Büschen und riesigen Bäumen liegt vor der Gruppe. Nur an einigen Stellen schimmert das strahlende Blau des Himmels durch die Blattkronen. Der Boden ist staubig, bedeckt von roter Erde. Langsam bahnt sich Manon Sommer gemeinsam mit den anderen Jugendlichen einen Weg durch das Dickicht. Dann öffnet sich das Gestrüpp aus riesigen Blättern. Und dort, auf der kleinen Lichtung, warten sie: acht asiatische Elefanten. Sanft blicken die Dickhäuter auf die Gruppe. Einer der grauen Riesen packt sich mit seinem Rüssel ein paar Stängel Zuckerrohr, führt sie zum Mund und zerkaut die Stangen genüsslich. Die Tiere sind den Besuch von Menschen gewohnt. Früher lebten die Elefanten als Arbeitstiere im Zirkus, inzwischen haben sie Zuflucht gefunden. Zuflucht im Surin Project.

Gemeinsam mit ihrer Freundin Ann-Kathrin Riepe war die 19-Jährige Manon Sommer Anfang Juni zwei Wochen in Thailand. Sie wollte helfen in diesem besonderen Projekt. Dass sie einmal an dieser Stelle, mitten in einem Dschungel in Südostasien stehen würde, hätte sie vor einigen Monaten wohl kaum gedacht.

Nachdem die 19-Jährige im vergangenen Jahr am Bergstadt-Gymnasium ihr Abitur absolviert hatte, überlegte sie wie es nach der Schule weitergehen könnte. Es folgten ein Auslandsaufenthalt auf einer Pferderanch in Südafrika und die Arbeit in einer Conditorei in Lüdenscheid. Bereits früh plante sie mit ihrer Freundin den Trip nach Thailand. Und so ging es schließlich Anfang Juli los – erst in die Millionenmetropole Bangkok und anschließend weiter nach Surin. Dort lebte sie in einer Gastfamilie. „Genau wie die Einheimischen haben wir auf dünnen Matten auf dem Boden geschlafen“, berichtet sie. Das einfache Leben in dem kleinen Dorf mitten im Urwald bedeutete eine ziemliche Umstellung im Vergleich zum Dasein in ihrer Heimat. Im Projekt trafen sie und ihre Freundin andere Jugendliche aus der ganzen Welt. Die Aufgaben waren sehr vielfältig, berichtet die Lüdenscheiderin. So fütterten sie die Elefanten, putzten deren Aufenthaltsstätten, gingen auf dem Markt einkaufen und kümmerten sich auch um den Erhalt der Möbel vor Ort. Zusätzlich gaben sie einheimischen Kindern Englisch-Unterricht. Von den Elefanten zeigt sich Manon Sommer immer noch beeindruckt. „Sie waren gigantisch und unglaublich schlau“, erinnert sich das junge Mädchen.

Ein besonders tolles Erlebnis seien die „Schwimmstunden“ mit den Tieren gewesen. In zwei Flüssen gingen Projekt-Teilnehmer mit den Dickhäutern baden. Die Farbe des Wassers: mehr braun als blau. Das störte die Elefanten aber weniger. Gemächlich gingen die Tiere ins Wasser. Erst dort ließen sie ihre Hemmungen fallen – und plantschten wild miteinander. Angst habe sie beim Anblick dieser riesigen Tiere nicht gehabt. „Die Elefanten würden nur ihren ehemaligen Peinigern wehtun“, erklärt sie. „Elefanten haben ein außerordentlich Gedächtnis.“ Die Tiere, die vorher in Zirkussen gehalten und dort von ihren Besitzern misshandelt wurden, hätten sich Aussehen, Stimme und Geruch ihrer ehemaligen Halter genau gemerkt.

Ihr Fazit zur Reise fällt durchweg positiv aus. „Ich würde es immer wieder machen“, betont sie.

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