Trinkwasser verfärbt

Fuelbecke: Stadtwerke stehen vor einem Rätsel

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Schon gestern morgen rückte eine Spezialfirma für Filtertechnik an, um die Anlagen in der Trinkwasseraufbereitung zu untersuchen.

ALTENA -  Etwa eine Woche lang gab es in Altena Beschwerden über eine Braunfärbung des Trinkwassers – erst vereinzelt, ab Mittwoch dann gehäuft. Messungen ergaben: Der bis dahin stets völlig unauffällige Manganwert des Trinkwassers war auf einmal sprunghaft gestiegen.

Von Thomas Bender

Der von der Trinkwasserverordnung vorgegebene Grenzwert liegt bei 0,05 mg pro Liter, gemessen wurden am Mittwoch 2 mg, also das 40-fache. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) können bis zu 11 mg Mangan je Tag aufgenommen werden, ohne dass es zu Beeinträchtigungen kommt. Das Gesundheitsamt des Kreises sah deshalb in den erhöhten Messwerten keine besondere Gefahr.

Die Stadtwerke Altena handelten trotzdem sofort und aus eigenem Antrieb, wie deren Geschäftsführer Marc Bunse betont: Aus der Talsperre wird kein Trinkwasser mehr in das Leitungsnetz eingespeist. Seit Donnerstag werden die Altenaer zum einen aus der Springer Quelle versorgt, zum anderen beziehen die Stadtwerke über eine seit Jahrzehnten bestehende Verbundleitung Wasser von den Iserlohner Stadtwerken. Das funktioniere reibungslos, Beschwerden über Verunreinigungen gebe es jetzt keine mehr, sagte Bunse.

Völlig unklar ist, wie es zu den hohen Manganwerten kommen konnte. Eins allerdings schließen die Stadtwerke kategorisch aus: Mit dem vor einigen Wochen erfolgten verstärkten Gülleauftrag im Raum Rosmart könne das Problem nicht zusammenhängen. Bunse: „Dann hätten wir Bakterien finden müssen – und das war nicht der Fall“.

Mangan ist ein Schwermetall, das in Spuren überall – und damit auch am Grund der Talsperre – vorkommt. Eine mögliche Erklärung geht dahin, dass sich durch den milden Winter und den regenreichen Sommer Zersetzungsprozesse verändert hätten. Das sei aber nur eine Vermutung, sagt Bunse. Mehr Klarheit erhofft er sich von Messungen, die von den Stadtwerken beauftragte Chemiker ab Montag vornehmen werden. Bereits am Freitag begann eine Spezialfirma aus Mühlheim damit, die Filter in der Trinkwasseraufbereitung unterhalb der Staumauer zu reinigen und zu desinfizieren.

Zu der Braunfärbung kam es, weil Mangan mit Chlor reagiert. Das wird dem Wasser zu einen in der Trinkwasseraufbereitung zugegeben, zum anderen sind Chlorverbindungen Bestandteil vieler Waschmittel. Da die Reaktion durch Wärme verstärkt wird, traten die Verfärbungen besonders oft beim Wäschewaschen auf. Bei einigen Altenaern hat das zu Schäden geführt, weil sich Kleidung dauerhaft verfärbte. Bunse bat die Betroffenen, sich ab Montag (22. September) beim Servicetelefon der Stadtwerke zu melden (02352/91840) oder eine E-Mail an info@stadtwerke-altena.de zu schreiben.

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