Ferienjobs in Altena werden weniger

ALTENA ▪ Führerschein, Urlaubsgeld, Anzahlung für ein Auto: Die Beweggründe für Schüler, auch in diesem Sommer einen Ferienjob zu suchen, sind die gleichen wie in den Jahren zuvor. Die Möglichkeiten einen solchen Job in einem Altenaer Betrieb zu bekommen, werden allerdings immer geringer.

„Ich habe mich auch in Lüdenscheid beworben“, sagt Julia Peters (17), die dann aber doch mit Beginn der zweiten Ferienhälfte in der Qualitätssicherung bei Möhling anfangen konnte.

Die Plätze für Ferienjobber in Altenaer Betrieben werden weniger. Einige stellen aufgrund höherer bürokratischer Hürden gar keine mehr ein. Bei andere gibt es Arbeitsplätze mit niedrigen Qualifikationsstufen gar nicht mehr. So fallen für einige Schüler ab 16 Jahren und Studenten die Möglichkeiten eines Verdienstes in den Ferien weg.

Bei Möhling in Dahle gehören die Ferienarbeiter allerdings in fast jedem Sommer zum Inventar. „Wir haben immer genügend Anfragen“, weiß Betriebsleiter Hans-Peter Gierke. Arbeitsplätze stehen in der Qualitätssicherung oder im Versand genügend zur Verfügung. Gierke berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung von hauptsächlich positiven Erfahrungen mit den Jugendlichen, die meistens drei bis vier Wochen in der Firma arbeiten: „Danach wollen sie ja auch noch Ferien machen.“

Ronja Bastian (17) ist schon zum zweiten Mal in der Firma. „Der Kontakt kam über meinen Großvater. Der kennt hier viele Leute“, so die Schülerin vom Burggymnasium. Die Bezahlung scheint in Ordnung zu sein. Die drei jungen Frauen in der Qualitätssicherung sagen, sie seien zufrieden. „Das haben wir nach Alter gestaffelt“, ergänzt Hans-Peter Gierke.

Auch bei der Firma Lüling sind in diesem Jahr wieder sechs Ferienjobber aktiv. „Die sind hauptsächlich in der Produktion und im Verpackungsbereich“, erklärt Carsten Dombrowski aus der Personalabteilung. Ältere Schüler und Studenten dürfen hier sogar mal in der Nachtschicht ran.

Bei Firma Frohn in der Nette sind in jedem Jahr zwei bis drei junge Leute in den Ferien zur Arbeit da. „Natürlich können die nur einfache Tätigkeiten ausführen“, betont Michael Frohn.

Die Vermittlung der Ferienarbeiter übernimmt mittlerweile nicht mehr die Agentur für Arbeit. Die Schüler und Studenten müssen für einen gutbezahlten Job schon selbst aktiv werden. Bei manchen Firmen haben sie kaum Chancen. „Wir können niemanden erst drei Wochen einarbeiten“, erklärt zum Beispiel Ralf Machelett von der Firma Wagener Stahldraht am Hünengraben. Der Betrieb beschäftigt aber einen Studenten, der schon seit zwei Jahren immer wieder zum Einsatz kommt und sich auskennt. Auf Anfrage äußerten sich weitere Altenaer Betriebe ähnlich.

Unterdessen ist Agnes Schwachta (17) bei Möhling ganz in ihre Arbeit vertieft. Die Aufgabe heißt, kleine Metallteile für den Fensterbau zu kontrollieren. Ihr Arbeitstag dauert von 6 bis 13.45 Uhr, „aber da komm ich mit klar.“ Sie möchte nachdem sie den Führerschein bezahlt hat, einfach wieder mehr Geld auf dem Konto haben.

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