Manche Adressen sind in Altena kaum zu finden

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Außer der Rosmarter Allee gibt’s gar nichts – im Dorf weist eine selbst gemachte Skizze der Feuerwehr den Weg zu den verwirrend nummerierten Häusern.

ALTENA - Wie oft die Bewohner des Hauses „Am Winkelsen 21 a“ schon vergeblich auf ein Taxi gewartet haben, ist nicht überliefert. Erst unlängst hatten sie Probleme, als ein auswärtiger Notarzt das herrschaftliche Anwesen nicht fand.

Altenaer kennen das Gebäude hoch oben im Wald als „Lenneburg.“ Für Auswärtige würde es helfen, direkt gegenüber des Finanzamtes einen Hinweis: „Zu 21 a rechts den Wald hinauf“, anzubringen. Neben dieser Adresse gibt es durchaus weitere „weiße Flecken“ auf der Straßenkarte der Burgstadt. Selbst mit Navigationsgerät sind bestimmte Familien zum Beispiel auf an der Blackburner Straße und anderen Gemarkungen auf dem Nettenscheid und im Dorf Rosmart nicht zu finden. Apropos Rosmart: Das ist ein Sonderthema. Denn das Dorf gleichen Namens gehörte bekanntlich einst zu Lüdenscheid-Land. Von dieser Verwaltungseinheit wurden auch an alle Gebäude des Fleckchens Hausnummern vergeben, und zwar in der Reihenfolge der Erteilung ihrer Baugenehmigung. Straßenbezeichnungen gibt es hier nicht. „Wir haben die Hausnummern übernommen, als Rosmart plötzlich zu Altena kam“, sagt Bereichsleiter Roland Balkenhol aus dem Altener Rathaus. Es mache hier keinen Sinn, Hausnummern neu zu vergeben und dann numerisch zu ordnen, das sei historisch gewachsen. So kann es vorkommen, dass in Rosmart neben Haus Nummer 38 plötzlich das Haus 54 steht. Im Gewerbegebiet Rosmart gibt es aktuell nur die Rosmarter Allee mit offiziellem Straßenschild. Gleichwohl haben hier schon alle angesiedelten Gewerbebetriebe natürlich eine Hausnummer. „Die ist – von der Mitte des Gelände aus gesehen – dann nach links (ungerade) und rechts (gerade Zahl) vergeben worden“, erläutert Uwe Krischer. Der Immobilienfachmann aus der Altenaer Verwaltung erinnerte daran, dass der Rat für Rosmart schon anno 2005 Straßennamen vergeben hat: Homert (alte Flurbezeichnung), Richard-Schirrmann-Straße, Reidemeisterweg und Katharinenstraße werden die Straßen heißen, die erst noch gebaut werden müssen. Bisher gibt es nur die Rosmarter Allee, an der auch alle bisher bestehenden Betriebe liegen. Weil das Gewerbegebiet, das sich bekanntlich Lüdenscheid, Werdohl und die Burgstadt teilen, aber komplett auf Altenaer Gebiet liege, hätte die Stadt auch die Namen der Straßen vergeben dürfen. „Das gab keine Probleme.“ Und wie behelfen sich Feuerwehr oder Taxiunternehmen mit solcherlei Fahrhindernissen? Uwe Winter, Chef der hauptamtlichen Feuerwehrkräfte: „In allen Fahrzeugen liegen Zeichnungen der Gebäude im Dorf Rosmart mit ihren Hausnummern. So sind sie für uns problemlos zu finden.“ Zudem würden grundsätzlich vor allen Fahrten auch die Namen der Anrufer festgehalten. „Selbst wenn die Rufnummer unterdrückt ist, in der Leitstelle taucht sie auf. Im Zweifel rufen wir vor Ort zurück.“ So behelfen sich auch Taxifahrer, steigt deren Navi aus, wie eine kurze Umfrage ergab. „Wir warten gut sichtbar im Gelände oder wir rufen an, denn auch wir haben ja die Telefonnummer des Anrufers“, hieß es. Übrigens: Auch an der Lüdenscheider Straße gibt es eine kuriose Nummerierung. Auf die Nummer 40 folgt lange nichts und dann die Hausnummer 18. Roland Balkenhol kennt auch dieses Novum. „Historisch gewachsen, wir rühren nicht dran.“ - job

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