„Man möchte doch wissen, ob alles okay ist“

Präventiver Corona-Test: 62 Lehrer in Turnhalle getestet

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Der Rachentest: Dr. Andreas Hanke macht es kurz und schmerzlos...

„Gott sei Dank nicht in der Nase“, sagt die junge Frau, die Bedenken hat, dass es gleich furchtbar unangenehm werden könnte. Doch ihre Sorge ist unbegründet. Dr. Andreas Hanke macht seinen Job in der Turnhalle des Burggymnasiums kurz und schmerzlos, nimmt rechts und links vom Zäpfchen einen Rachenabstrich. Wenige Minuten später darf der nächste zum Corona-Test antreten.

Altena – Insgesamt sind es 62 Lehrer und Lehrerinnen des Burggymnasiums, der Sekundarschule und der Grundschule Mühlendorf, die die Möglichkeit des präventiven Reihentests nutzen. Für die allermeisten Lehrkräfte ist es der erste Corona-Test. Entsprechend aufgeregt sind viele. Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper hat bereits einen hinter sich – nach seinem Sommerurlaub. Später musste er Ewigkeiten auf das Ergebnis warten, „dann kam es aber gleich fünf Mal“, erzählt der BGA-Chef schmunzelnd. Im Rhythmus von zwei Wochen sollen die Corona-Tests nun im Burggymnasium durchgeführt werden – mit dem Angebot, dass auch Lehrkräfte aus anderen Altenaer Schulen dabei sein können. „Man möchte doch wissen, ob alles okay ist“, ist die Aussage, die in der Warteschlange immer wieder fällt.

Die Verunsicherung ist allerorts groß, die „Test-Strecke“ wird deshalb sehr gern angenommen. „Viele Kollegen der Sekundarschule lassen sich privat testen, weil sie noch bis 15.40 Uhr Unterricht haben“, sagt Anne Rohde, die auch vor den vermummten Arzt tritt. Von Dr. Andreas Hanke selbst ist hinter der Schutzausrüstung mit Visier und Maske, grünem Anzug und tatsächlich doppelten Handschuhen übrigens kaum etwas zu erkennen. Die zweite Lage Handschuhe wechselt der Arzt bei jedem „Patienten“. Die Proben werden von den medizinischen Fachangestellten Justine Hampel, Katja Kriznik und Raziye Ceylan mit Daten und entsprechendem Strichcode versehen. Ein Labor in Recklinghausen ist jetzt mit den Untersuchungen beauftragt, die Ergebnisse sollen in vier bis fünf Tagen vorliegen. Dann wird jeder Lehrer, jede Lehrerin telefonisch von der Praxis informiert. „Wegen des Datenschutzes läuft das nicht über Dritte“, sagt Dr. Andreas Hanke.

Covid 19 - Corona Test Lehrer am Burg Gymnasium Altena

Alle Beschäftigten an den öffentlichen und privaten Schulen sowie in der Kindertagesbetreuung können sich bis zum 9. Oktober alle 14 Tage freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das betrifft in Nordrhein Westfalen rund 15 300 Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung und mehr als 210 000 Beschäftigte an den Schulen. Die Kosten für die Testungen übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Übrigens: Die Hausarzt-Praxis von Dr. Frank Leienbach und Dr. Andreas Hanke an der Kirchstraße führt auch Corona-Tests für Reiserückkehrer durch. „Freitags können wir aber schon nichts mehr ans Labor schicken, die kommen nicht mehr hinterher“, erzählt Justine Hampel. Bis zum 15. September sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtet, sich testen zu lassen. Ab Mitte September oder Anfang Oktober wird es keine verpflichtenden Corona-Tests mehr geben – und auch keine kostenlosen Tests. Stattdessen muss jeder, der aus einem der mehr als 130 Risikogebiete zurückkehrt, dann für zwei Wochen in Quarantäne – so jedenfalls der Stand von gestern.

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